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Ekkehard Rüger.

Ekkehard Rüger.

Sergej Lepke

Ekkehard Rüger.

Es ist nur eine knappe Mehrheit, aber es ist eine: Gut die Hälfte aller Erwerbstätigen in NRW verlässt den Wohnort zum Arbeiten. Pendeln ist Alltag, nicht die Ausnahme. Und es ist ein Problem, das nicht jedem Einzelnen überlassen bleiben darf.

Wenn gut 4,5 Millionen Menschen täglich Staus, Verspätungen und viel Lebenszeit in Kauf nehmen, um den Arbeitsplatz zu erreichen, dann ist das keine persönliche Unflexibilität oder Bequemlichkeit, sondern das Gegenteil: Es ist Ausdruck des täglichen Spagats zwischen beruflichen und privaten Anforderungen: Partner arbeiten in unterschiedlichen Städten; Angehörige müssen gepflegt werden; Kindern soll ihr soziales Umfeld erhalten bleiben; es gibt gesellschaftliches Engagement jenseits der Arbeitswelt. Alles Gründe, die gegen einen Umzug sprechen können.

Die negativen Folgen des Pendelns sind daher mehr als nur eine unliebsame Begleiterscheinung, die man achselzuckend hinnehmen muss. Sie sind Herausforderung: für Politiker und Verkehrsplaner – und für Arbeitgeber. Mitarbeitern mit langen Arbeitswegen Entlastungen zu ermöglichen, ist auch in ihrem Interesse.

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