Forderung nach Strukturreformen. Die Krankenhäuser wehren sich.

In Deutschland gab es 2010 rund 2064 Kliniken.
In Deutschland gab es 2010 rund 2064 Kliniken.

In Deutschland gab es 2010 rund 2064 Kliniken.

dpa

In Deutschland gab es 2010 rund 2064 Kliniken.

Wuppertal/Berlin. Rote Zahlen, Insolvenzen, Fachkräftemangel – als hätten die Kliniken nicht schon genügend Probleme. Jetzt sorgt der Chef der größten Krankenkasse Barmer GEK, Christoph Straub, mit Äußerungen für neues Ungemach – und heftige Emotionen bei den Betroffenen.

Krankenhausgesellschaft: Kliniken haben ihre Hausaufgaben gemacht

Straub hatte gesagt: „Es gibt heute zu viele Krankenhäuser und vor allem zu viele Krankenhausbetten.“ Und: „Wir leisten uns Strukturen, die größer und teurer sind als in anderen Ländern.“ In einer späteren Mitteilung betonte er, es gehe ihm nicht um Klinikschließungen, sondern um Strukturreformen. Insbesondere die Zahl ambulanter Versorgungsangebote an Kliniken müsse erhöht werden. „Das ist keine Einzelmeinung“, heißt es beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Sprecher Florian Lanz verweist darauf, dass jedes fünfte Krankenhausbett in Deutschland leer stehe. Doch wie diese Betten abgebaut werden – also ob dafür Kliniken geschlossen werden müssen – solle vor Ort entschieden werden. „Die Kliniken haben ihre Hausaufgaben gemacht“, kontert Thomas Reumann vom Vorstand der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Sie seien keineswegs die Kostentreiber im Gesundheitswesen, sondern schon „wie eine Zitrone“ ausgepresst. Straubs Forderung sei „völlig daneben“.

Die Zahlen scheinen Reumann zu bestätigen: Deutschlandweit gab es 2010 rund 2064 Krankenhäuser, 178 weniger als zehn Jahre zuvor. Die Zahl der Betten nahm in dieser Zeit von fast 600 000 auf knapp 503 000 ab. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Behandlungsfälle – mit leichten Schwankungen – von 17,3 auf 18 Millionen.

Kommunen mahnen: Versorgung auf dem Land nicht gefährden

Die Kommunen sehen durch Klinikschließungen vor allem die Versorgung der Menschen auf dem Land gefährdet. „Wir haben auf dem Land keine Überversorgung, zum Teil sogar eine Unterversorgung“, sagte Irene Vorholz vom Landkreistag. Die Menschen müssten in zumutbarer Nähe ärztliche Hilfe finden, das sei auch mit Blick auf die immer älter werdende Gesellschaft wichtig.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer