Spanischer Vizeregierungschef Alfredo Pérez Rubalcaba.
Spanischer Vizeregierungschef Alfredo Pérez Rubalcaba.

Spanischer Vizeregierungschef Alfredo Pérez Rubalcaba.

dpa

Spanischer Vizeregierungschef Alfredo Pérez Rubalcaba.

Madrid (dpa) - Spaniens Regierung bereitet Presseberichten zufolge eine milliardenschwere Finanzspritze für die angeschlagenen Sparkassen des Landes vor. Noch vor Ende des Monats werde das Kabinett ein Dekret verabschieden, das die Rekapitalisierung der Institute erleichtern soll.

Das schrieb die Zeitung «El País» am Freitag unter Berufung auf Notenbankkreise. Vizeregierungschef Alfredo Pérez Rubalcaba bestätigte, es werde an an einem Plan gearbeitet, um die Neuordnung der Branche zu beschleunigen. «Ziel ist es, die Zahlungsfähigkeit und die Glaubwürdigkeit der Sparkassen über eine Kapitalbeschaffung und mehr Transparenz zu stärken», sagte er in Madrid. Die Reform werde mit dem Sparkassenverband (CECA) und der Bank von Spanien ausgearbeitet und solle schon bald verabschiedet werden. Details nannte er aber nicht.

Falls sich keine privaten Investoren finden, sieht die geplante Reform nach Informationen von «El País» die Möglichkeit vor, dass der staatliche Bankenrettungsfonds FROB zumindest zeitweise Anteile an den Sparkassen («Cajas») übernimmt. Das käme einer teilweisen und befristeten Verstaatlichung dieser Finanzinstitute gleich. «Die Bestimmung aller Sparkassen ist es, in Banken verwandelt zu werden», sagte ein Regierungssprecher dem Blatt mit Blick auf das längerfristige Ziel der Reform.

Um die Restrukturierung der spanischen Sparkassen ging es auch bei einem Treffen von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero mit Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in Madrid. In dem Gespräch am Donnerstagabend habe der sozialistische Regierungschef zudem die Sparpläne erläutert, mit denen das schuldengeplagte Spanien sein Haushaltsdefizit in den Griff bekommen will, hieß es in einer Mitteilung. Ackermann, der auch von König Juan Carlos empfangen wurde, habe sein Vertrauen in die Solvenz der spanischen Wirtschaft zum Ausdruck gebracht.

Der Kapitalbedarf der spanischen Sparkassen wird auf rund 30 Milliarden Euro geschätzt. Bislang haben die Institute bereits etwa 15 Milliarden Euro an staatlichen Hilfen erhalten. Die Sparkassen hatten in Zeiten des Immobilienbooms in Spanien neben Hypotheken an Familien auch viele Kredite an Bauträger vergeben. In der Krise leiden sie nun darunter, dass diese nicht zurückgezahlt werden können. Der als überdimensioniert geltende Sektor befindet sich bereits im Umbau: Die 45 existierenden Sparkassen sollen über Fusionen auf 18 reduziert werden.

Bei den Stresstests im vergangenen Sommer waren fünf spanische Sparkassenbündnisse durchgefallen. Die Banken Spaniens hatten dagegen gut abgeschnitten.

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