Schiesser
Modemacher Wolfgang Joop posiert vor dem Logo des insolventen Wäscheherstellers Schiesser in Radolfzell am Bodensee (Archivfoto).

Modemacher Wolfgang Joop posiert vor dem Logo des insolventen Wäscheherstellers Schiesser in Radolfzell am Bodensee (Archivfoto).

dpa

Modemacher Wolfgang Joop posiert vor dem Logo des insolventen Wäscheherstellers Schiesser in Radolfzell am Bodensee (Archivfoto).

Potsdam (dpa) - Modedesigner Wolfgang Joop will den insolventen Wäschehersteller Schiesser («Feinripp») mit der Besinnung auf alte Werte und Tradition zum Erfolg verhelfen. «Bei einer Traditionsmarke wie Schiesser müssen wir dafür sorgen, dass die Kernkompetenzen wieder sichtbar werden.

Der Name und die Qualität müssen herausgestellt werden - als Kontrast zur Beliebigkeit», sagte Joop in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa in Potsdam. Das 1875 gegründete Unternehmen mit Sitz in Radolfzell am Bodensee (Kreis Konstanz) plant für 2011 den Börsengang. Vergangenen Donnerstag hatte die Gläubigerversammlung einem entsprechenden Plan von Insolvenzverwalter Volker Grub zugestimmt. Am Montag billigte auch das Konstanzer Amtsgericht das Vorhaben. Damit ist die Insolvenz zum 31. Dezember nach rund zwei Jahren offiziell beendet und der Weg an die Börse endgültig frei, wie die Schiesser AG mitteilte.

Zum Plan gehört, dass Joop als Kreativdirektor hilft, das als bieder geltende Image der Traditionsmarke aufzupolieren. «Ich glaube, dass ich als «Stürmer» im Team das Image der Marke verändern kann», sagte Joop.

«Ich begleite den Börsengang des Unternehmens und bin darüber hinaus mehrere Jahre an der Entwicklung der Marke beteiligt», sagte Joop. Mit dem Erlös sollten die Forderungen der Gläubiger befriedigt werden. «Zugleich hoffe ich, dass wir genug Mittel zusammenbekommen, um auch Nischenprodukte entwickeln zu können.» Er solle Anteile an dem Unternehmen für seinen Einsatz erhalten. «Wir sprechen von zehn Prozent. Als Unternehmer bin ich dann besonders verpflichtet, mein Know-how einzubringen», meinte der Designer.

Für die Produkte des Wäscheherstellers sprechen nach seiner Überzeugung Nachhaltigkeit und Tragekomfort. Das Original von Schiesser habe eine Perfektion erfahren, die man nicht verbessern kann. «Ich bin ja auch der Designer des Unsichtbaren und weiß darum: Die richtige Wäsche, die richtigen Strümpfe sind wichtig. Mit einer guten Qualität auf der Haut kommt man besser durch den Tag», sagte Joop. Der Designer hatte im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Unternehmen medi, das auf Gesundheitsbekleidung spezialisiert ist, Kompressionsstrümpfe entworfen.

Vom Käufer forderte Joop mehr Bewusstsein für den Wert der Produkte. «Bei Lebensmitteln setzt sich diese Einstellung zunehmend durch. Da achten die Konsumenten zunehmend auf Fragen wie: Wo kommt es her? Wie wird es gemacht? Ich finde, diese Fragen sollten einen auch beschäftigen bei Dingen, die man auf der Haut trägt.»

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