Ratlosigkeit beim Weltwirtschaftsforum in der Schweiz.

Davos/Washington. Eine düstere Prognose zum Auftakt des diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen korrigierte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für die Weltwirtschaft nach unten. Wie aus der jüngsten Aktualisierung des World Economic Outlook (WEO) hervorgeht, wird im laufenden Jahr die Wirtschaftsleistung in den Industrieländern um zwei Prozent schrumpfen.

Obwohl 2010 mit einem langsamen Aufschwung gerechnet wird, ist dieser mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Als wichtigste Voraussetzung für die Überwindung der Rezession nennt der WEO die Stabilisierung des Finanzsektors sowie umfassende staatliche Maßnahmen zur Konjunkturbelebung.

Die deutsche Wirtschaft wird demnach im laufenden Jahr einen Rückgang um 2,5 Prozent verzeichnen und im Jahr 2010 um 0,1Prozent zulegen.

Vor der Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos durch Russlands Premier Wladimier Putin am gestrigen Abend ging es vor allem um diese IWF-Prognose, die den tiefsten Einbruch seit dem Zweiten Weltkrieg erwarten lässt.

"Die Krise wird noch schlimmer", warnte düster der Medienmogul Rupert Murdoch. Er drückte damit aus, was viele der etwa 2500 Gäste der Organisatoren um den deutschen Professor Klaus Schwab empfinden: Das Motto des fünftägigen Treffens "Die Welt für die Zeit nach der Krise gestalten" sei etwas vorschnell.

So holte sich etwa der rührige Pressesprecher des Weltwirtschaftsforums, Mark Adams, von Anleger-Guru George Soros eine harsche Abfuhr. Auf die Frage, wann denn die Weltwirtschafts- und Finanzkrise seiner Meinung nach vorbei sein werde, herrschte der 78-Jährige den deutlich Jüngeren an: "Solche Fragen sind für lange Zeit nicht relevant."

Der schwerreiche Investor hatte vorher noch von einem "Tsunami" gesprochen, der die Weltwirtschaft erfasst habe.

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