Arriva-Kauf
Arriva-Stadtbus in Großbritannien. Die deutschen Geschäftsaktivitäten von Arriva sind nach Italien verkauft worden.

Arriva-Stadtbus in Großbritannien. Die deutschen Geschäftsaktivitäten von Arriva sind nach Italien verkauft worden.

dpa

Arriva-Stadtbus in Großbritannien. Die deutschen Geschäftsaktivitäten von Arriva sind nach Italien verkauft worden.

Berlin/Rom (dpa) - Die italienische Staatsbahn FS kauft die Bahn- Tochter Arriva Deutschland. Damit schaffen die Italiener den Einstieg in den deutschen Regionalverkehrsmarkt. Die nötige kartellrechtliche Freigabe wird im ersten Quartal 2011 erwartet, wie die Deutsche Bahn am Mittwoch mitteilte.

Damit kommen Beteiligungen an 50 regionalen Bus- und Bahngesellschaften in neue Hände. Der größte private Konkurrent der Deutschen Bahn, Veolia Verkehr, bedauerte, beim Bieterwettstreit leer ausgegangen zu sein.

Der Aufsichtsrat des bundeseigenen Konzerns billigte den Weiterverkauf von Arriva Deutschland an ein Konsortium aus der italienischen Bahn Ferrovie dello Stato (FS) mit ihrer Personenverkehrssparte Trenitalia und dem Finanzinvestor Cube.

Die Deutsche Bahn muss sich laut EU-Auflagen von den deutschen Aktivitäten des britischen Transporteurs Arriva trennen, den sie im Sommer für 2,8 Milliarden Euro übernommen hatte. Zwischenzeitlich hatten sich zehn Interessenten für Arriva Deutschland gemeldet, das zuletzt mit 3100 Beschäftigten 460 Millionen Euro Umsatz erzielte. Beteiligt ist Arriva unter anderem an der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG), der Prignitzer Eisenbahn, den Osthannoverschen Eisenbahnen und dem hessischen Busbetreiber Sippel.

Bahnchef Rüdiger Grube sagte, der gebotene Preis habe mit den Ausschlag für die Entscheidung gegeben. Details zum Kaufvertrag wurden nicht mitgeteilt. In Aufsichtsratskreisen hieß es, das Angebot der Italiener sei unter dem Strich um mehr als 100 Millionen Euro vorteilhafter gewesen als jenes von Veolia. Veolia Verkehr teilte auf Anfrage mit, man habe Arriva Deutschland nicht um jeden Preis kaufen wollen, das aber gut in das eigene Angebot gepasst hätte. Nun werde weiter auf organisches Wachstum gesetzt.

Die italienische Bahn FS teilte mit, das Konsortium erhalte nun Zugang zu einem Marktanteil von fünf Prozent. Die Präsenz auf dem dynamischen deutschen Markt für öffentlichen Nahverkehr solle ausgebaut werden.

Der Betriebsrat von Arriva Deutschland hatte sich gegen einen Verkauf an die Italiener gewandt. Da der Fonds Cube mit im Konsortium ist, seien überzogene Renditeerwartungen zu befürchten. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG/ehemals Transnet und GDBA) kündigte an, sorgfältig auf die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte zu achten, wie Sprecher Michael Klein sagte.

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