Mit dem Online-Brief bekommt die E-Mail-Flut Konkurrenz. Versandte Schreiben sind rechtsverbindlich.

Der E-Postbrief wird verbindlich wie ein normaler Brief. Auch der Postbote kann ihn zustellen.
Der E-Postbrief wird verbindlich wie ein normaler Brief. Auch der Postbote kann ihn zustellen.

Der E-Postbrief wird verbindlich wie ein normaler Brief. Auch der Postbote kann ihn zustellen.

dpa

Der E-Postbrief wird verbindlich wie ein normaler Brief. Auch der Postbote kann ihn zustellen.

Bonn. Jetzt wird die E-Mail zum E-Postbrief. Seit Mittwoch bietet die Deutsche Post erstmals den Kunden die Möglichkeit, rechtsverbindliche Briefe per Mail zu schicken.

"Das ist eine Revolution", sagte Post-Chef Frank Appel in Bonn. "Wir bringen das Briefgeheimnis ins Internet." Aber die Konkurrenz schläft nicht und plant Ähnliches. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Um was geht es eigentlich?

Bisher sind E-Mails anonym. Sie können nicht für rechtsverbindliche Dokumente wie Arztrechnungen, Steuerbescheide oder Kaufverträge genutzt werden. Ob hinter dem angegebenen E-Mail-Namen "Werner Meyer" auch wirklich Werner Meyer steckt, lässt sich nicht feststellen. Bei den neuen, sicheren Mails müssen sich Absender und Empfänger dagegen genau identifizieren.

Und wie funktioniert das?

Seit Mittwoch können sich Kunden im Internet unter www.epost.de ihre persönliche E-Postbrief-Adresse sichern. Danach müssen sie sich mit Personalausweis oder Pass in einer Postfiliale ausweisen - erst dann wird das Konto freigeschaltet.

Was kostet das?

Die Einrichtung des Kontos ist kostenlos. Ein E-Postbrief soll wie ein herkömmlicher Brief 55 Cent kosten. Die Post begründet dies mit dem gleichen Nutzen bei beiden Versandarten. Ein Einschreiben, das es natürlich auch gibt, soll 1,60 Euro kosten.

Wie läuft der Versand?

Nutzer können wählen, ob ihr Brief elektronisch an ein anderes E-Postbrief-Konto zugestellt wird, oder von der Deutschen Post ausgedruckt und per Briefträger zugestellt wird. Ein guter Service, wenn man bedenkt, dass ein Viertel aller Deutschen noch keinen Internet-Zugang haben. Die letztere Gruppe kann auch geschriebene Briefe abgeben und elektronisch zustellen lassen.

Was tut die Konkurrenz?

Die private Konkurrenz der Post schläft natürlich nicht und bietet eigene Systeme an - zumeist billiger (etwa 10 bis 20 Cent). GMX.de, Web.de und Telekom sind schon auf dem Markt und allein GMX.de hat bereits über 100.000 Kunden registriert. Bei den Wettbewerbern können sich Kunden bislang aber nur Adressen für den Internetbriefversand reservieren.

Wo gibt es noch Haken?

Die Post ist zwar vorgeprescht, bis aber allgemein die sicheren E-Mails versendet werden können, dauert es voraussichtlich noch bis Ende des Jahres. Dazu muss der Bundestag nämlich noch das geplante Bürgerportal-Gesetz verabschieden, in dem die Regularien für das sogenannte De-Mail festgelegt werden.

Was will die Post mit E-Briefen?

Das traditionelle Briefgeschäft ist die tragende Säule der Post, die aber in den letzten Jahren wegen der E-Mail-Flut kräftig geschrumpft ist. Der im Briefgeschäft erwirtschaftete Gewinn dürfte von noch 1,6 Milliarden Euro 2007 in diesem Jahr auf geschätzte ein bis 1,2 Milliarden Euro fallen. Experten rechnen deutschlandweit mit jährlich zehn Milliarden Briefsendungen, die für den Versand als De-Mail infrage kommen.

Wer sind die Partner der Post?

Der frühere Monopolist startet gleich mit einer Reihe namhafter Kooperationspartner. Der Softwareriese SAP will den E-Postbrief gleich in seine Programme einbinden. Sie laufen in fast allen deutschen Betrieben. Deutschlands größte Versicherung will 19 Millionen Kunden künftig E-Postbriefe senden. Aber auch der ADAC will mit Online-Briefen seine Geschäfte sicherer machen. Und bei Lotto in Hessen sollen Tippscheine elektronisch eingeschickt werden können.

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