Die wachsende Inflation bindet der chinesischen Zentralbank die Hände, die Geldpolitik zu lockern. Foto: Yi Fan
Die wachsende Inflation bindet der chinesischen Zentralbank die Hände, die Geldpolitik zu lockern. Foto: Yi Fan

Die wachsende Inflation bindet der chinesischen Zentralbank die Hände, die Geldpolitik zu lockern. Foto: Yi Fan

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Die wachsende Inflation bindet der chinesischen Zentralbank die Hände, die Geldpolitik zu lockern. Foto: Yi Fan

Peking (dpa) - Die Inflation in China wächst stärker als erwartet. Die Verbraucherpreise stiegen im Dezember um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt in Peking am Freitag berichtete. Es war der größte Zuwachs seit sieben Monaten.

Wegen des kältesten Winters in China seit rund drei Jahrzehnten sind besonders die Preise für Gemüse stark gestiegen. Nahrungsmittel insgesamt waren um 4,2 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Der Anstieg verringert den Spielraum der Zentralbank, über die Geldpolitik die schwächelnde Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt anzukurbeln. Im ganzen Jahr 2012 stieg die Inflation auf 2,6 Prozent und lag damit aber unter der Vorgabe der Regierung von vier Prozent. Die Erzeugerpreise fielen im Dezember um 1,9 Prozent den zehnten Monat in Folge.

Der Kampf gegen die Inflation hat für Chinas Zentralbank weiter hohe Priorität, während das Wachstum stabilisiert werden soll. «Die Geldpolitik wird weiter vorsichtig sein», sagte der Banken- und Wirtschaftsexperte Jeffrey Chen der Nachrichtenagentur dpa in Peking. «Die Zentralbank wird nicht mehr Geld in den Markt pumpen, um das Wachstum in Schwung zu bringen.»

Im dritten Quartal vergangenen Jahres war das Wirtschaftswachstum mit 7,4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2009 nach Ausbruch der globalen Finanzkrise gefallen. Die Zahlen für das letzte Quartal und die Entwicklung im Jahr 2012 werden am nächsten Freitag (18.1.) verkündet. Ein Grund für die Konjunkturschwäche ist der Rückgang des Außenhandels, der zum Jahresende erst wieder an Schwung gewonnen hat.

Im Dezember legten die Exporte um 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu und übertrafen alle Vorhersagen. Der Zuwachs des Außenhandels im ganzen Jahr 2012 lag wegen der geringen Nachfrage durch die krisengebeutelten Europäer und Amerikaner aber bei enttäuschenden 6,2 Prozent. Das ohnehin bescheidene Wachstumsziel für den Außenhandel von zehn Prozent wurde klar verfehlt.

Zu anhaltenden Spekulationen über mögliche Zinssenkungen sagte Experte Chen mit Blick auf die Inflationszahlen: «Die Zentralbank dürfte die Leitzinsen in diesem Jahr stabil halten.» Andere Fachleute diskutierten über eine mögliche Lockerung der Mindestanforderungen für die Kapitalreserven der Banken.

Das Statistikamt begründete den spürbaren Anstieg der Inflation vor allem mit den Nahrungsmittelpreisen, die zu knapp 60 Prozent dazu beigetragen hätten. Das ungewöhnlich kalte Wetter beeinträchtige den Transport, die Stromversorgung und landwirtschaftliche Produktion, schrieb die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Doch der unabhängige Experte Chen mochte der Argumentation nur teilweise folgen: «Tatsache ist, dass die Preise für Gemüse jeden Winter steigen - in diesem Jahr nur etwas mehr.» Für das neue Jahr rechnet das Statistikamt mit einer Inflation zwischen drei und vier Prozent.

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