Das Eurofighter-Konsortium hat den Kampf um einen Milliardenauftrag aus Indien verloren. Foto: Bernd Wüstneck
Das Eurofighter-Konsortium hat den Kampf um einen Milliardenauftrag aus Indien verloren. Foto: Bernd Wüstneck

Das Eurofighter-Konsortium hat den Kampf um einen Milliardenauftrag aus Indien verloren. Foto: Bernd Wüstneck

dpa

Das Eurofighter-Konsortium hat den Kampf um einen Milliardenauftrag aus Indien verloren. Foto: Bernd Wüstneck

Paris/München/Neu Delhi (dpa) - Bei der Milliarden-Ausschreibung der indischen Regierung für 126 neue Kampfflugzeuge ist eine Vorentscheidung gegen den Eurofighter gefallen.

Nach Regierungsangaben aus Paris setzte sich das französische Unternehmen Dassault Aviation mit seinem Rafale-Jet im Kampf um den Auftrag durch. «Frankreich begrüßt die Entscheidung der indischen Regierung», ließ Staatschef Nicolas Sarkozy mitteilen. Die abschließenden Verhandlungen sollten so schnell wie möglich zum Abschluss gebracht werden. Das Volumen des Auftrags wird auf rund 10 Milliarden Dollar (7,6 Milliarden Euro) geschätzt.

Der am Eurofighter-Konsortium beteiligte Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS zeigte sich enttäuscht. Man habe das momentan modernste Kampfflugzeug angeboten, werde die indische Entscheidung aber respektieren, sagte ein Sprecher in München. Der Eurofighter wird unter anderem in Manching bei Ingolstadt gebaut. Die Produktion sei bis 2017 gesichert, hieß es am Dienstag.

Die indische Regierung äußerte sich zunächst nicht zur Auftragsvergabe. Das Land will seine Luftwaffen modernisieren und hatte dafür im April vergangenen Jahres aus mehreren Angeboten den Eurofighter Typhoon und die Rafale in die engere Auswahl genommen. Die ausgeschiedenen Mitbewerber waren damals die F/A-18 Super Hornet von Boeing, die F-16 von Lockheed Martin (beide USA), die russische MiG-35 von United Aircraft Corp. und die Gripen des schwedischen Herstellers Saab.

Sollte der Auftrag aus Indien unterzeichnet werden, wäre es der erste aus dem Ausland für die französische Rafale. Der Aktienkurs des Herstellers Dassault schoss am Dienstagmittag um mehr als 20 Prozent in die Höhe. Die französische Regierung hatte zwischenzeitlich schon mit dem Aus für den Kampfjet gedroht. «Wenn Dassault im Ausland keine Rafale verkauft, wird die Produktionslinie eingestellt», sagte im Dezember Verteidigungsminister Gérard Longuet.

Bisher waren alle Auftragsverhandlungen für die Rafale geplatzt, zuletzt unter anderem mit der Schweiz. Der Jet galt im Vergleich zu Konkurrenzmaschinen als teuer und nicht wartungsfreundlich. Selbst von Regierungsvertretern war die Rafale als «technisch zu anspruchsvoll» bezeichnet worden. Zuletzt hatte sie jedoch ihre Kampftauglichkeit auch in Libyen unter Beweis gestellt.

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