Mikael Ohlsson steht neu an der Spitze des Möbel-Riesen. Er will den Europäern mehr Küchen verkaufen.

Der neue Chef Mikael Ohlsson arbeitet seit 32 Jahren für Ikea.
Der neue Chef Mikael Ohlsson arbeitet seit 32 Jahren für Ikea.

Der neue Chef Mikael Ohlsson arbeitet seit 32 Jahren für Ikea.

dpa

Der neue Chef Mikael Ohlsson arbeitet seit 32 Jahren für Ikea.

Herr Ohlsson, wie kommt Ikea durch die Wirtschaftskrise?

Ohlsson: "Ikea ist gewachsen, wenn auch schwächer als erwartet. In gewisser Weise mögen wir bei Ikea Abschwungsphasen, weil Ikea dann am besten ist. Wir haben etwas zurückgesteckt und sind 2009 letztlich um 1,4 Prozent gewachsen. Doch ab dem Sommer hat das Geschäft geradezu dramatisch aufgeholt. Im Moment liegt der Umsatz um sieben, acht Prozent über dem Vorjahr."

Welche Märkte tragen das Wachstum?

Ohlsson: "Vor zehn Jahren glaubten wir, dass wir in Asien stärker wachsen würden als in Mitteleuropa, unserem Stammmarkt. In Wirklichkeit sind wir auch in Europa stark gewachsen."

Selbst ein Stamm-Markt wie Deutschland ist noch nicht gesättigt?

Ohlsson: "Man kann immer wachsen, etwa bei den Küchen. Heute stammt in Schweden jede dritte verkaufte Küche von Ikea, in Norwegen ist es jede zweite. In Deutschland sind es nur etwa fünf Prozent. In Frankreich haben wir 20 Prozent des Küchenmarktes. Vermutlich haben wir noch nicht hinreichend klar gemacht, welche Qualität man für diesen Preis bekommt. Es ist verrückt, wenn Küchen bis 30000 Euro kosten, und bei Ikea gibt es für 5000 Euro eine genauso funktionale Küche."

Wie sieht Ihre Wachstums-Strategie aus?

Ohlsson: "Derzeit investieren wir viel in die vorhandenen Warenhäuser. Zweitens gibt es noch Wachstumspotenziale in Italien, Spanien, Frankreich, in Deutschland, auch in China, wo wir noch am Anfang unserer Möglichkeiten stehen. Drittens wollen wir auf neue Märkte. Wir machen in Kroatien auf, in Serbien, in Slowenien. Wenn sich die Gesetzgebung in Indien ändert, gehen wir sofort dorthin. Wir werden jedes Jahr etwa 15 neue Warenhäuser eröffnen."

Welche Rolle spielt Firmengründer Ingvar Kamprad?

Chef Mikael Ohlsson (52) übernahm im September 2009 das Ruder des Ikea-Konzerns mit 123 000 Mitarbeitern weltweit. Im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 (31. August) setzte die Ikea-Gruppe 21,5 Milliarden Euro um. Der Schwede arbeitet bereits seit 32 Jahren für das Unternehmen. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Ohlsson: "Ich kenne Ingvar seit den frühen 80ern. Er ist jetzt 83 Jahre alt und eine Art Chefberater. Er besucht immer noch viele Kunden und spricht mit ihnen, er besucht Warenhäuser und Fabriken. Er arbeitet viel, aber nicht mehr im operativen Management. Niemand nimmt mehr Anteil an der Entwicklung von Ikea als er."

Wie lange brauchen Sie, um ein Billy-Regal zusammenzuschrauben?

Ohlsson: "Ich weiß es nicht. Mein Familie und ich sind gerade nach Holland gezogen. Wir haben bei Ikea in Delft einige Möbel gekauft und aufgebaut, aber kein Billy-Regal. Trotzdem habe ich zwei Ratschläge für den Zusammenbau: Erstens: Immer die Anleitung befolgen. Zweitens: Bei größeren Möbeln lohnt die Anschaffung eines Akkuschraubers."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer