IG Metall - Detlef Wetzel
Der Chef der Gewerkschaft IG Metall zweifelt an positiven Effekten der Handelszone. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Der Chef der Gewerkschaft IG Metall zweifelt an positiven Effekten der Handelszone. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

dpa

Der Chef der Gewerkschaft IG Metall zweifelt an positiven Effekten der Handelszone. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Frankfurt/Main (dpa) - Europas größte Gewerkschaft stellt sich gegen die angestrebte Freihandelszone der EU mit den USA.

Die Verhandlungen zwischen der EU und den Amerikanern müssten sofort gestoppt werden, forderte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, in einem Interview mit der «Frankfurter Rundschau» (Dienstag). Das angestrebte Abkommen habe keinen erkennbaren Nutzen, richte aber viel Schaden an.

«Es geht ausschließlich um die Absenkung von Schutzmechanismen für Verbraucher und Arbeitnehmer», sagte der Gewerkschafter. Obwohl die Arbeitnehmerrechte nicht direkter Gegenstand der Verhandlungen seien, würden sie nach Wetzels Einschätzung durch die verschärfte Konkurrenz in der Freihandelszone mittelbar unter Druck geraten.

Wetzel zweifelte Prognosen an, die zusätzliche Jobs und Wirtschaftswachstum als Folge des Freihandels vorhersagen. «Kein Mensch kann aus den geplanten Maßnahmen exakte Wachstumsziffern über Jahrzehnte herausrechnen.» Selbst wenn die Prognosen zuträfen, wären die Zuwächse lächerlich gering.

In einer Freihandelszone vereinigen sich mehrere Staaten zu einem einheitlichen Zollgebiet. Der Wegfall von Zöllen und Handelsbeschränkungen zwischen ihnen soll das Wirtschaftsleben ankurbeln.

Außenzölle für Drittstaaten bleiben aber bestehen. Das angestrebte Abkommen der EU mit den USA würde einen Markt mit gut 800 Millionen Einwohnern umfassen und die weltweit bedeutendste Freihandelszone schaffen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer