Ifo-Geschäftsklima
Der Ifo-Index wird monatlich aus der Befragung von rund 7000 Unternehmen zu ihrer aktuellen Lage und ihren Zukunftsaussichten ermittelt. Foto: Christian Charisius/Archiv

Der Ifo-Index wird monatlich aus der Befragung von rund 7000 Unternehmen zu ihrer aktuellen Lage und ihren Zukunftsaussichten ermittelt. Foto: Christian Charisius/Archiv

dpa

Der Ifo-Index wird monatlich aus der Befragung von rund 7000 Unternehmen zu ihrer aktuellen Lage und ihren Zukunftsaussichten ermittelt. Foto: Christian Charisius/Archiv

München (dpa) - Die Laune in deutschen Chefetagen ist so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Überraschend deutlich legte der Ifo-Geschäftsklimaindex im Januar zu und zeigte damit zum Jahresanfang in allen Bereichen nach oben.

«Die deutsche Wirtschaft startet hoffnungsfroh ins neue Jahr», sagte Ifo-Präsident Hans Werner Sinn am Montag. Der Index stieg zum Jahresstart von 109,5 auf 110,6 Punkte. Experten hatten mit einem etwas geringeren Plus gerechnet. Dennoch: Volkswirte sehen weltweit weiter Risiken für die Wirtschaft.

Ifo-Chef Sinn sieht aber mit Zuversicht auf die Entwicklung. «Die Erwartungen an den weiteren Geschäftsverlauf waren fast drei Jahre lang nicht mehr so optimistisch wie heute», sagte Sinn. Die Bewertung der aktuellen Lage sei so gut wie seit Juni 2012 nicht mehr. Die BayernLB sieht in den Zahlen einen Hinweis darauf, dass die Konjunktur zum Jahreswechsel weiter Fahrt aufgenommen habe. Allerdings rechnet die Landesbank damit, dass sich die Unsicherheit an den Finanzmärkten im kommenden Index bemerkbar machen könnte.

Es spreche einiges gegen eine weitere Erhöhung der Prognosen für das deutsche Wirtschaftswachstum, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Zum einen gebe es in den wichtigen Schwellenländern Schwierigkeiten. «Zweitens halten sich die deutschen Unternehmen immer noch mit Investitionen hierzulande zurück, obwohl die Staatsschuldenkrise schon seit dem Frühjahr letzten Jahres weitgehend abgeklungen ist», sagte Krämer. Zwischen dem Ifo-Index und den realen Wirtschaftsdaten habe es zuletzt durchaus Unterschiede gegeben.

«Die günstigen Umfrageergebnisse stehen aber nicht nur zu den aktuell immer noch durchwachsenen harten Wirtschaftsdaten in einem gewissen Kontrast, sondern auch zu der in den letzten Tagen merklich gestiegenen Nervosität an den globalen Finanzmärkten», erklärte auch DZ-Bank-Chefvolkswirt Michael Holstein. Allerdings dürften sich diese Turbulenzen nicht unmittelbar auf die deutsche Wirtschaft auswirken. «Für das Jahr 2014 erwarten wir für die deutsche Wirtschaft nach zwei enttäuschenden Jahren ein Wachstum oberhalb der 2-Prozent-Marke.»

Bereits seit März 2010 hält sich der Index über der Marke von 100 Punkten. Den letzten kleinen Rückgang hatte der Index im Oktober vergangenen Jahres verzeichnet, seither war es weiter bergauf gegangen. Erst nach drei Veränderungen in eine Richtung sprechen Volkswirte von einer möglichen Trendwende. Der Ifo-Index wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt.

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