Die angeschlagene Fluggesellschaft verschiebt erneut ihre Bilanzvorlage. Steigt der frühere Chef wieder größer ein?

Luftfahrt
Joachim Hunold, Gründer und früherer Vorstandschef von Air Berlin (dpa)

Joachim Hunold, Gründer und früherer Vorstandschef von Air Berlin (dpa)

Z1008 Jens Kalaene

Joachim Hunold, Gründer und früherer Vorstandschef von Air Berlin (dpa)

Berlin. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin braucht dringend frisches Geld – Verhandlungen darüber sind offenkundig aber ins Stocken geraten. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche musste die angeschlagene Airline ihre Bilanzvorlage verschieben – diesmal um mehrere Wochen. „Air Berlin arbeitet weiter an Maßnahmen für eine Rekapitalisierung, die Eigenkapital und Liquidität der Air Berlin Gruppe stärken würde“, teilte das Unternehmen mit.

Es gibt Hinweise darauf, dass der frühere Air-Berlin-Chef Joachim Hunold wieder ins Boot geholt werden soll. Die Fluggesellschaft verhandelt mit Gesellschaftern, aber auch mit „weiteren Parteien“, die nicht näher genannt wurden.

Arabischer Großaktionär ist wohl unzufrieden mit der Sanierung

Der arabische Großaktionär Etihad sei unzufrieden mit der Sanierung, heißt es. Daher soll sich Air Berlin von der Börse zurückziehen und Etihad mehr Einfluss geben. Die Araber sind mit 29,21 Prozent an Air Berlin beteiligt. Laut „Wirtschaftswoche“ würden sie Deutschlands kriselnde Nummer zwei gern komplett übernehmen. Dann gingen wertvolle Start- und Landerechte verloren. Etihad bräuchte daher deutsche oder europäische Investoren, die die Mehrheit der Stimmrechte halten, den Arabern aber Einfluss gewähren.

Derzeit halten Kleinanleger 38,5 Prozent der Aktien. Deutsche Großaktionäre von Air Berlin wie Joachim Hunold, Severin Schulte, Inhaber des Haushaltsgeräteherstellers Severin, der Touristik-Konzern Tui sowie Hans-Joachim Knieps, Ex-Vize der Bank für Gemeinwirtschaft, könnten sie ihnen abkaufen und die Mehrheit übernehmen, so die „Wirtschaftswoche“. Red

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