Logo des Immobilienkonzerns Hypo Real Estate (HRE). Foto: Lukas Barth
Logo des Immobilienkonzerns Hypo Real Estate (HRE). Foto: Lukas Barth

Logo des Immobilienkonzerns Hypo Real Estate (HRE). Foto: Lukas Barth

dpa

Logo des Immobilienkonzerns Hypo Real Estate (HRE). Foto: Lukas Barth

München (dpa) - Die Kernbank der verstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) hat auch 2013 wieder einen Gewinn eingefahren. Und die Geschäfte der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) laufen besser als erwartet. Doch am Ziel sind die einst mit Steuermilliarden gerettete HRE und ihre wichtigste verbliebene Tochter noch nicht.

Bis 2015 muss sich der Bund auf Geheiß der EU-Kommission wieder verabschieden. Wie das ablaufen wird, ist noch nicht entschieden, sagte Manuela Better am Montag in München. Sie steht HRE und pbb vor und soll den Konzern fit für die kommende Privatisierung machen.

Denkbar ist neben einem Verkauf der inzwischen von gigantischen Altlasten befreiten Bank auch ein Börsengang. Darüber zu spekulieren, welches Modell Ende 2015 infrage komme, sei derzeit verfrüht, sagte Better. «Wir halten aber für den Bund alle Optionen offen.» Deutschland hatte die HRE 2009 nach einer teuren Rettungsaktion verstaatlicht.

Im Oktober 2010 wurden risikoreiche Papiere im damaligen Buchwert von rund 170 Milliarden Euro in eine Bad Bank, die FMS Wertmanagement ausgelagert, für deren Verluste am Ende der Steuerzahler haftet. Diese Aktion sollte der HRE einen Neustart ermöglichen. Dafür wurde die HRE umgebaut und geschrumpft. Bevor sie selbst privatisiert wird, soll im ersten Halbjahr die irische Tochter Depfa verkauft werden. Sie hatte 2008 den gesamten Konzern beinahe in den Abgrund gerissen.

Bisher geht der Umbauplan auf. Kern der neuen HRE ist die Deutsche Pfandbriefbank, die ihr Geld unter anderem mit der Finanzierung großer Immobilienprojekte verdient. Der Vorsteuergewinn der pbb kletterte 2013 deutlich um rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr auf 165 Millionen Euro. Angepeilt hatte das Institut rund 150 Millionen Euro. Ein wesentlicher Treiber war dabei der Verkauf einer Immobilie, der mit einem Plus von 92 Millionen Euro zu Buche schlug.

Zugleich belastete ein anderer Sondereffekt das Ergebnis mit 55 Millionen Euro. Unter dem Strich gehen 37 Millionen Euro auf das Konto dieser Rechnung. Ohne die beiden gegenläufigen Effekte wäre der Gewinnzuwachs allerdings deutlich bescheidener ausgefallen.

Um so größer ist die Zuversicht, denn Better rechnet für 2014 mit einem Vorsteuergewinn von mindestens 140 Millionen Euro. Gemessen am Gewinn ohne die Sondereffekte wäre das ein Plus von gut 9 Prozent. Dazu soll auch das wachsende Neugeschäft der pbb beitragen. Insgesamt stieg das Neugeschäft 2013 um 46 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro.

Neben der gewerblichen Immobilienfinanzierung bietet die pbb inzwischen auch Tages- und Festgeldkonten für Privatanleger. Das Volumen der Einlagen in diesem jungen Geschäftsfeld kletterte seit dem Start vor einem Jahr bereits auf mehr als eine Milliarde Euro.

Keine Angaben machte Better erwartungsgemäß zum Verlauf eines milliardenschweren Schadenersatzprozesses in München. Frühere Aktionäre werfen der HRE vor, 2008 zu spät über ihre Probleme berichtet zu haben und somit für massiven Kursverluste der Aktien verantwortlich zu sein. Das Oberlandesgericht hatte zuletzt beide Seiten zu einem Vergleich in dem Streit ermuntert.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer