Angela Merkel sollte sich hüten, sich direkt in die Übernahmeschlacht des deutschen Bauriesen Hochtief durch die spanischen ACS einzuschalten. Aber im Hintergrund könnte sie schon ein paar Fäden ziehen und die Spanier zum "Fair Play" ermahnen.

Über die EU - damit auch mit deutschen Steuergeldern - wurden die Spanier vor Jahren europafähig gemacht, ihre Infrastruktur damals erst hergestellt. Ihre lukrativen Baumärkte sind bis heute hermetisch abgeschottet. Dadurch ist in Spanien ein Großkonzern herangewachsen, der mit seiner fragwürdig entstandenen Größe auf Einkaufstour geht.

Fällt Hochtief, so hat Deutschland praktisch keinen Baukonzern im Weltmaßstab mehr. Das kann sich eine Wirtschaftsnation nicht leisten. Das weiß auch die Bundeskanzlerin, die den Holzmann-Effekt kennt, mit dem Vorgänger Gerhard Schröder sein eigenes politisches Überleben sicherte. Damals ging es um Geld, heute um unfaire politische Ränke. Auch Stromriese Eon ist es nicht gelungen bei Endesa in Spanien Fuß zu fassen - Spaniens Politiker haben "gemauert".

ingo.faust@wz-plus.de

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