Hochtief
Neben den Verkäufen profitiert Hochtief unter anderem auch von den eigenen Sparbemühungen. Foto: Martin Gerten

Neben den Verkäufen profitiert Hochtief unter anderem auch von den eigenen Sparbemühungen. Foto: Martin Gerten

dpa

Neben den Verkäufen profitiert Hochtief unter anderem auch von den eigenen Sparbemühungen. Foto: Martin Gerten

Essen/Madrid (dpa) - Hochtief-Chef Fernández Verdes macht Druck. Der mehrheitlich zum spanischen Konkurrenten ACS gehörende Baukonzern soll auf Profitabilität getrimmt werden. In Deutschland sollen bis zu 1000 Stellen wegfallen.

Der spanische Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes setzt den Umbau des größten deutschen Baukonzerns mit Hochdruck fort. In Deutschland sollen 800 bis 1000 Stellen gestrichen werden. Ziel ist es, das Ergebnis des mehrheitlich zum spanischen Konkurrenten ACS gehörenden Unternehmens weiter zu erhöhen. «Wir sind nicht glücklich über die derzeitige Profitabilität», sagte Fernández Verdes am Donnerstag in Essen.

Mit mehr als 80 Prozent der betroffenen Mitarbeiter sei bereits eine einvernehmliche Einigung erzielt worden. Ziel sei es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, so der Konzernchef. Insgesamt beschäftigt Hochtief bei der betroffenen Tochter Solutions in Deutschland knapp 6 000 Mitarbeiter. Weltweit hat Hochtief rund 80 000 Beschäftigte.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Hochtief seinen Gewinn vor Steuern um fast 50 Prozent auf knapp 800 Millionen Euro erhöht. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von gut 171 Millionen Euro, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Zum einen spülte der Verkauf einzelner Geschäftsbereiche Geld in die Kassen, daneben machte sich für Hochtief der Sparkurs bezahlt. Außerdem entwickelten sich die Geschäfte in fast allen Regionen besser.

Davon profitiert auch die Konzernmutter ACS, die inzwischen 55,5 Prozent an Hochtief hält und wieder Gewinne erwirtschaftet. Wie der Madrider Konzern am Donnerstag mitteilte, erzielte die ACS-Gruppe im vorigen Jahr einen Nettogewinn von 702 Millionen Euro. Im Jahr 2012 hatte das Unternehmen noch Verluste von 1,9 Milliarden Euro verzeichnet, die größtenteils auf eine Sanierung der Beteiligung am spanischen Energiekonzern Iberdrola zurückgegangen waren. ACS baute zudem 2013 seine Nettoschulden im Vergleich zum Vorjahr um 14,5 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro ab.

Die Hochtief-Dividende für 2013 soll von einem Euro je Aktie auf 1,50 Euro steigen. «2013 war geprägt von harter Arbeit, zahlreichen Veränderungen und sichtbaren Erfolgen», sagte der Unternehmenschef. Ein großer Teil der Maßnahmen in Europa sei bereits umgesetzt. Für den Umbau hatte der Hochtief-Chef 100 Millionen Euro an Kosten angesetzt, die überwiegend im vergangenen Jahr anfielen. Der Konzern will mit einer schlankeren Struktur in Europa jährlich bis zu 60 Millionen Euro einsparen.

Mit dem Kauf von mittelständischen Firmen will Fernández Verdes vor allem das Auslandsgeschäft weiter stärken. Hochtief schaue sich unter anderem in Nordamerika, Skandinavien und Großbritannien nach Zukäufen um, sagte er. Fernández Verdes bekräftigte, auf dem deutschen Markt bleiben zu wollen. «Wir sind Deutsche und müssen zeigen, dass wir auch auf dem Heimatmarkt erfolgreich sind.»

Eine wichtige Rolle im Konzern spielt Fernández Verdes zufolge vor allem die australische Tochter Leighton. Erst jüngst stockten die Essener den Anteil auf knapp 59 Prozent auf.

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