Baukonzern verkauft Service-Sparte und konzentriert sich auf Infrastruktur.

CEO of Hochtief AG, Verdes addresses the annual news conference in Duesseldorf
Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes will die Profitabilität deutlich steigern.

Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes will die Profitabilität deutlich steigern.

INA FASSBENDER

Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes will die Profitabilität deutlich steigern.

Düsseldorf. Profitabler, schlanker, internationaler: Deutschlands größter Baukonzern Hochtief wird rund die Hälfte seines Europageschäfts verkaufen. „Wir wollen uns auf das Kerngeschäft Infrastruktur konzentrieren“, erklärte der neue Firmenchef Marcelino Fernández Verdes am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf.

Damit wird konkret, was seit Wochen in der Branche spekuliert wurde: Der Essener Konzern stößt seine Servicesparte mit rund 5700 Stellen ab – viele davon in Deutschland. Für das Immobiliengeschäft werden strategische Partner gesucht, die mindestens die Hälfte der Sparte übernehmen.

In dem Paket enthalten sind unter anderem auch die Anteile am Düsseldorfer Flughafen. Als Frist hat sich Hochtief das Jahresende 2014 gesetzt. Zur Zukunft der Stellen in diesen Bereichen und auch zum Abbau in den verbleibenden Hochtief-Abteilungen hielt sich Fernández bedeckt und verwies auf laufende Analysen.

Europageschäft liegt weiter hinter Asien und Amerika

Beide Konzernteile gehören zum Europageschäft des Unternehmens, das im Vergleich zu Asien und Amerika weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Die zum Verkauf stehenden Bereiche hätten bislang 14 Prozent des Umsatzes ausgemacht. „Das heißt aber nicht, dass auch 14 Prozent der Belegschaft abgebaut werden“, sagte der Spanier, der im November vom Hochtief-Großaktionär ACS nach Essen gewechselt war.

Im vergangenen Jahr ist Hochtief mit 158 Millionen Euro in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das Ergebnis soll 2013 um zehn bis 20 Prozent übertroffen werden. Der Umsatz wuchs um fast zehn Prozent auf mehr als 25 Milliarden Euro an.

Hochtief gab den Abbau der Schulden in Höhe von 944 Millionen Euro als eines der Kernziele aus. Brancheninsider vermuten, dass damit langfristig die befürchtete Zerschlagung des Konzerns vorangetrieben werden soll. Nutznießer wäre die hoch verschuldete ACS-Gruppe.

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