Die Computergrafik zeigt mehrere Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo, die auf eine mittlere Erdumlaufbahn in 23.260 Kilometer Höhe gebracht wurden.
Die Computergrafik zeigt mehrere Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo, die auf eine mittlere Erdumlaufbahn in 23.260 Kilometer Höhe gebracht wurden.

Die Computergrafik zeigt mehrere Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo, die auf eine mittlere Erdumlaufbahn in 23.260 Kilometer Höhe gebracht wurden.

dpa

Die Computergrafik zeigt mehrere Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo, die auf eine mittlere Erdumlaufbahn in 23.260 Kilometer Höhe gebracht wurden.

Brüssel (dpa) - Das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo ist ein umstrittenes und teures Prestigeprojekt der Europäischen Union. Die EU-Kommission veranschlagt für die Infrastruktur rund 5,3 Milliarden Euro, wie die «FAZ» berichtet.

Galileo soll genauer arbeiten als der US-Dienst GPS (Global Positioning System) und dessen Vorherrschaft brechen. Außerdem soll das System die Europäer unabhängig machen, denn GPS könnte - im Fall bewaffneter Konflikte - nur dem US-Militär zugänglich sein. Galileo ist dagegen als System unter ziviler Kontrolle konzipiert.

Doch musste der Galileo-Zeitplan mehrfach überarbeitet werden - auch, weil Verhandlungen mit einem Industriekonsortium um den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS scheiterten. Ursprünglich sollte Galileo schon 2008 an den Start gehen, nun ist der Betrieb zum Jahresbeginn 2014 geplant. Das Budget kletterte kontinuierlich: Statt der zuletzt veranschlagten 3,4 Milliarden rechnete der Europäische Rechnungshof zuletzt mit 5 Milliarden Euro, die EU-Kommission veranschlagt laut «FAZ» jetzt bereits 5,3 Milliarden.

Kernstück des Galileo-Systems sollen 30 Satelliten sein, die die Erde auf drei verschiedenen Umlaufbahnen in mehr als 23 000 Kilometern Höhe umkreisen und Signale zur Erde senden. Dort wird berechnet, wie lange die Daten gebraucht haben, um so genaue Positionen zu bestimmen. Mit dem Bau von 14 Satelliten ist das Bremer Unternehmen OHB beauftragt, diese sollen etwa 566 Millionen Euro kosten.

Das Galileo-System soll einmal Autofahrern oder Rettungsdiensten eine metergenaue Ortung bieten. Fahnder könnten die Daten bei der Verbrecherjagd benutzen, Landwirte beim Verteilen von Dünger.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer