Nokia bereitet sich auf die Zukunft ohne die traditionsreiche Handy-Sparte vor. Foto: Sanjeev Gupta/Archivbild
Nokia bereitet sich auf die Zukunft ohne die traditionsreiche Handy-Sparte vor. Foto: Sanjeev Gupta/Archivbild

Nokia bereitet sich auf die Zukunft ohne die traditionsreiche Handy-Sparte vor. Foto: Sanjeev Gupta/Archivbild

dpa

Nokia bereitet sich auf die Zukunft ohne die traditionsreiche Handy-Sparte vor. Foto: Sanjeev Gupta/Archivbild

Espoo (dpa) - Das Handy-Geschäft hat Nokia vor dem Verkauf an Microsoft noch einmal rote Zahlen beschert. Während der Deal noch von Behörden geprüft wird, legte Nokia am Donnerstag bereits Zahlen für das verbliebene Unternehmen vor.

Der Verlust aus der Handy-Sparte, die als «nicht fortgeführter Bereich» ausgewiesen wird, drückte dabei auch das «neue» Nokia ins Minus.

So gab es im Schlussquartal rote Zahlen von 25 Millionen Euro. Das lag daran, dass der Verlust von 201 Millionen Euro aus dem Handy-Geschäft die schwarzen Zahlen aus dem Rest-Konzern überwog.

Nokia machte nur wenige Angaben dazu, wie zuletzt das Geschäft in der Handy-Sparte lief. Es hieß nur, dass der Absatz im Vergleich zum dritten Quartal gesunken sei - vor allem bei einfachen Handys, aber in geringerem Maße auch bei Smartphones.

Aus der von Nokia genannten Zahl von insgesamt 30 Millionen verkauften Lumia-Smartphones im gesamten Jahr lässt sich für das vierte Quartal ein Absatz von 8,2 Millionen Geräten errechnen. Im dritten Quartal hatten die Verkäufe den bisherigen Bestwert von 8,8 Millionen Geräten erreicht.

Der Rückgang kam für viele Experten überraschend, denn die Lumia-Telefone mit dem Microsoft-System Windows Phone schienen zuletzt Fuß im Markt zu fassen. Nokia führte die Entwicklung auf die Stärke konkurrierender Plattformen zurück. Im Herbst waren die neuen iPhones von Apple gestartet. Die Lumias machen laut Marktforschern rund 90 Prozent der insgesamt verkauften Windows-Phone-Geräte aus.

Nokia besteht künftig noch vor allem aus dem Netzwerk-Ausrüster NSN und dem digitalen Kartendienst Here. Diese verbleibenden Bereiche kamen auf einen Quartalsumsatz von knapp 3,48 Milliarden Euro. Das war gut ein Fünftel weniger, als sie vor einem Jahr erlösten. Für den Rückgang ist vor allem NSN verantwortlich - dort waren Unternehmensbereiche abgestoßen worden. Zusammen mit der Handy-Sparte hatte Nokia für das Schlussquartal 2012 noch einen Umsatz von gut acht Milliarden Euro ausgewiesen.

Die Nokia-Aktie verlor in Helsinki bis Nachmittag knapp zehn Prozent.

Nokia hatte Anfang September angekündigt, dass die traditionsreiche Handysparte für 3,79 Milliarden Euro an Microsoft verkauft wird. Der Software-Riese zahlt weitere 1,65 Milliarden Euro für eine Patent-Lizenz auf zehn Jahre. Im November billigten die Nokia-Aktionäre den Deal, im Dezember die EU-Wettbewerbshüter. Die Zustimmung der Regulierer einiger Länder steht noch aus. Nokia und Microsoft hoffen aber, das Geschäft im ersten Quartal über die Bühne zu bringen.

Für das gesamte Jahr 2013 wies Nokia einen Verlust von 615 Millionen Euro aus. Auch dafür war das Minus von 780 Millionen aus dem Handy-Geschäft entscheidend. Auch bei den Jahreszahlen wird deutlich, wie viel kleiner Nokia künftig sein wird: 2012 betrug der ursprünglich ausgewiesene Konzernumsatz noch knapp 30,2 Milliarden Euro, nach Abzug der Handy-Sparte waren es noch 15,4 Milliarden. Im vergangenen Jahr sank der Umsatz des «neuen» Nokia auf 12,7 Milliarden Euro.

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