Im Handwerk sind noch Tausende Lehrstellen frei.
Im Handwerk sind noch Tausende Lehrstellen frei.

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dpa

Im Handwerk sind noch Tausende Lehrstellen frei.

Berlin (dpa) - Die Handwerksbetriebe machen so gute Geschäfte wie zuletzt beim Einheitsboom und rechnen mit einem anhaltenden Aufschwung und Beschäftigungszuwachs. Der Geschäftsklimaindex hat nach Angaben des Handwerksverbandes ZDH im ersten Quartal den besten Wert seit 1992 erreicht.

«Das bedeutet, dass nicht nur die aktuelle Konjunkturlage gut ist, sondern die Betriebe auch eine Fortsetzung des Aufschwungs erwarten», teilte der Verband am Dienstag in Berlin mit. Davon seien alle Bereiche des Handwerks erfasst.

Die Geschäftslage werde deutlich besser beurteilt als vor einem Jahr: 85 Prozent der Betriebsinhaber meldeten gute oder befriedigende Geschäfte gegenüber 69 Prozent im ersten Quartal 2010. Angesichts hoher Auftragsbestände und guter Ordereingänge blickten 90 Prozent der Betriebe optimistisch in die Zukunft. Nur 9 Prozent erwarteten schlechte Geschäfte - vor einem Jahr seien es 21 Prozent gewesen.

Der im Winter übliche Beschäftigungsverlust sei ausgeblieben, hieß es weiter. 14 Prozent der Betriebe wollten die Mitarbeiterzahl erhöhen, nur 6 Prozent rechneten mit weniger. Der Anteil der Betriebe mit rückläufigen Umsätzen sei im ersten Quartal 2011 auf 32 Prozent gesunken - nach 51 Prozent im Vorjahresquartal. 20 Prozent hätten ihre Umsätze erhöht. Vor einem Jahr waren es laut ZDH nur 12 Prozent. «Das ist das beste Ergebnis in einem ersten Quartal seit dem Einheitsboom 1992.» Obwohl die Ertragslage sich nicht spürbar verbessert habe, seien wieder mehr Betriebe zu Investitionen bereit.

Angesichts des kräftigen Quartalsschubs geht der ZDH für 2011 nun von einem Umsatzplus von mehr 3 Prozent aus gegenüber dem bisher veranschlagten Zuwachs von 2 Prozent. Die Beschäftigung im Handwerk werde um 25 000 Mitarbeiter steigen (plus 0,5 Prozent). «Mehr ist möglich, wenn die Betriebe sowohl die benötigten qualifizierten Fachkräfte finden, wie auch in ausreichender Zahl Bewerber für Ausbildungsplätze», heißt es im ZDH-Bericht. In einzelnen Regionen gebe es Probleme, geeignete Fachkräfte und Auszubildende zu finden.

Die Ausbildungszahlen bis April machten aber Mut. 28 009 neue Ausbildungsverträge bedeuteten eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,3 Prozent. Der ZDH sprach vom richtigen Zeitpunkt für den ungehinderten Zugang osteuropäischer Arbeitnehmer seit Anfang Mai. Die Bereitschaft der Betriebe steige, den schulisch «oft gut vorgebildeten Ausbildungssuchenden etwa aus Polen oder Tschechien» Ausbildungsplätze anzubieten. 2009 habe es 8000 unbesetzte Plätze gegeben, hieß es.

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