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Der Hamburger Hafen wurde von der Wirtschaftskrise besonders schwer getroffen. Nun bemühen sich die Verantwortlichen, neue Zuversicht zu verbreiten.

Der Hamburger Hafen wurde von der Wirtschaftskrise besonders schwer getroffen. Nun bemühen sich die Verantwortlichen, neue Zuversicht zu verbreiten.

dpa

Der Hamburger Hafen wurde von der Wirtschaftskrise besonders schwer getroffen. Nun bemühen sich die Verantwortlichen, neue Zuversicht zu verbreiten.

Hamburg (dpa) - Der Hamburger Hafen kommt nach dem schweren Rückschlag des Krisenjahres 2009 wieder auf die Beine. Im vergangenen Jahr erhöhte sich der gesamte Güterumschlag des größten deutschen Hafens um fast zehn Prozent auf 121 Millionen Tonnen.

Dies teilte die Marketing-Gesellschaft des Hafens am Montag in der Hansestadt mit. Der Containerumschlag stieg um etwas weniger als 13 Prozent auf 7,9 Millionen Standardcontainer (TEU). Damit hat der Hafen gegenüber den Konkurrenten Rotterdam und Antwerpen nochmals leicht an Boden verloren, doch sei die Entwicklung vor allem im zweiten Halbjahr sehr ermutigend gewesen.

Gemessen an den Umschlagszahlen hat die Wirtschaftskrise den Hafen um etwa fünf Jahre zurückgeworfen. «Wir erwarten, dass wir 2012 wieder an das Rekordjahr 2008 anschließen können», sagte Marketing-Vorstand Claudia Roller.

Im laufenden Jahr werde der Containerumschlag in Hamburg stärker wachsen als in der Welt insgesamt; Roller rechnet mit einem Plus von knapp zehn Prozent. Hamburg hatte unter den vier großen Nord-Häfen zeitweise einen Anteil von 30 Prozent erreicht und beinahe Rotterdam als größten europäischen Containerhafen abgelöst. Mittlerweile ist der Hamburger Anteil auf 24,4 Prozent zurückgefallen; Rotterdam liegt wieder um zehn Punkte vor Hamburg, und auch Antwerpen ist vorbeigezogen.

«Hamburg ist gut aufgestellt, um mit viel Optimismus in die Zukunft zu schauen», sagte Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU). Es sei zu spüren, dass sich der Bund bei der anstehenden Elbvertiefung verstärkt engagiere. Der Bund müsse generell mehr für die Häfen tun. «38 Millionen Euro Unterstützung im Jahr sind viel zu wenig», sagte der Bürgermeister. «Der Hafen ist für Deutschland insgesamt wichtig und wir müssen den Bund in die Pflicht nehmen, weil wir es allein nicht leisten können.»

Die Elbvertiefung und der nächste Hafenentwicklungsplan seien entscheidend für die Zukunft des Hafens, erklärte Wirtschaftssenator Ian Karan (parteilos). Die Reedereien setzten immer größere Schiffe ein; allein im laufenden Jahr werden rund 900 Containerriesen mit einem Fassungsvermögen von 10 000 TEU oder mehr den Hamburger Hafen anlaufen.

Die Deichsicherheit an der Unterelbe sei hundertprozentig gewährleistet, sagte Ahlhaus mit Blick auf niedersächsische Bedenken gegen das Projekt. Der Hafens sichere 150 000 Arbeitsplätze in der gesamten Metropolregion und sei auch der größte Arbeitgeber Schleswig-Holsteins und der zweitgrößte Niedersachsens.

Der Hamburger Hafen schlägt rund 60 Prozent seiner Container im Verkehr mit asiatischen Häfen um und weitere 26 Prozent mit Europa. Speziell diese Fahrtgebiete sind wieder im Kommen, doch auch die Konkurrenz ist härter geworden. In Hamburg ist eine Diskussion entbrannt, ob sich künftig auch ausländische Reedereien an neuen Umschlagterminals beteiligen sollen. Bislang teilen sich drei Hamburger Firmen den Hamburger Markt. Schon wegen geltender EU-Regelungen müssen neue Terminals jedoch öffentlich ausgeschrieben werden.

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