Europa schließt Rückkehr der Griechen zur Drachme nicht mehr aus.

Euro-Krise
Drachme oder Euro? Die Entscheidung liegt bei den Griechen.

Drachme oder Euro? Die Entscheidung liegt bei den Griechen.

dpa

Drachme oder Euro? Die Entscheidung liegt bei den Griechen.

Brüssel. Seit zwei Jahren hängt Griechenland am Notkredite-Tropf der Europäer. Trotzdem ist kein Ende der Misere in Sicht. Im Gegenteil: Der Schuldenstaat steckt in bedrohlichen wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten. Die Geduld der Europäer schwindet. Zwar möchten sie, dass Griechenland im Euro-Raum bleibt. Ein Austritt gilt den Europäern jedoch nicht mehr als Alptraum.

Wer bestimmt, ob die Griechen zur Drachme zurückkehren?

Allein die Griechen. Im EU-Recht ist nicht vorgesehen, ein Land aus dem Euro-Raum zu werfen. Aus Sicht der EU-Kommission kann ein Land die Währungsunion nur verlassen, wenn es auch aus der EU ausscheidet.

Was würde der Ausstieg Griechenlands Europa kosten?

Das kann niemand vorhersagen. Zu den Kosten kursieren unterschiedliche Schätzungen. Experten mutmaßen, dass Deutschland Schäden bis zu 80 Milliarden Euro drohen. Allen Euro-Staaten könnten direkte Kosten von fast 280 Milliarden Euro entstehen. Darin sind Folgekosten nicht enthalten.

Was sagen die Schwarzseher zu den Folgen?

Sie warnen vor einer Kettenreaktion, falls Griechenland aus der Eurozone ausscheidet. Denn auch Portugal und Irland sind auf europäische Notkredite angewiesen. Finanzmarkt-Akteure wie Banken und Versicherer könnten fürchten, dass es auch diese Länder nicht schaffen, ihre Staatshaushalte ins Lot zu bringen, Schulden zu senken und ihrer Wirtschaft Schwung zu verleihen. So eine Kettenreaktion im Euro-Währungsraum sei das „Hauptrisiko”, sagt Belgiens Notenbank-Chef Luc Coene. „Der Rest ist handhabbar.”

Wie argumentieren die Optimisten?

Optimisten glauben, dass der Euro-Raum einen Austritt Griechenlands mittlerweile verkraften könnte. Ihr Argument: Deutschland und die anderen 16 Euro-Staaten haben ihre Währungsunion widerstandsfähiger gemacht. Die Europäer bemühen sich zugleich, Griechenland als absoluten Sonderfall im Euro-Raum darzustellen.

Wollen die Griechen den Euro behalten?

Das krisengeschüttelte Griechenland steuert auf Neuwahlen zu. Die letzten Hoffnungen ruhen auf dem griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias. Er wollte Montag Abend einen letzten Versuch unternehmen, die wichtigsten Parteien auf eine gemeinsame Regierung einzuschwören.

Die EU-Kommission möchte den Mittelmeerstaat weiterhin in der Währungsunion sehen. Aber: Missachte ein Club-Mitglied die Regeln, sagte Kommissionschef José Manuel Barroso, sei es besser, wenn es den Club verlasse.
 

Ja. Die meisten Bürger sind laut jüngsten Umfragen gegen die Rückkehr zur Drachme. Mehr als 78 Prozent verlangen von einer neuen Regierung, alles zu tun, damit das Land im Euro-Raum bleibt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer