Für Boni soll es bindende Regeln geben. Großbanken müssen Risiken besser absichern.

wza_1500x880_559684.jpeg
Die EU will die Manager in den Bankentürmen – im Bild Frankfurt – zum Umdenken bringen.

Die EU will die Manager in den Bankentürmen – im Bild Frankfurt – zum Umdenken bringen.

dpa

Die EU will die Manager in den Bankentürmen – im Bild Frankfurt – zum Umdenken bringen.

Brüssel. Die 20 größten Industriestaaten (G-20) wollen sich am 24. und 25. September in Pittsburgh darüber verständigen, durch welche Vorgaben sie in Zukunft Bankenpleiten und Finanzkrisen verhindern wollen. Um stärker auftreten zu können, haben sich die EU-Staaten vorab auf einem Gipfel abgesprochen.

Was will Europa?

Die EU ist darüber verstimmt, dass die Amerikaner noch immer nicht die internationalen Vorgaben für das Eigenkapital von Banken (Basel II) übernommen haben. Diese Regeln legen fest, wie viel eigenes Geld eine Bank auf die Seite legen muss, wenn sie Risiken eingeht - also wenn sie Kredite gewährt. Der Puffer muss besonders dick sein, wenn es sich um Geschäfte mit hohen Ausfallwahrscheinlichkeiten handelt.

Wie lauten die konkreten Forderungen?

Der EU-Gipfel dringt darauf, dass alle G-20-Länder die bereits ausgehandelten Kapitalvorgaben rechtlich verbindlich anerkennen. Zudem sollen Schlupflöcher geschlossen werden. Dazu zählt die Abdeckung von besonderen Risiken durch die schiere Größe einer Bank. Gegenwärtig wird an Regeln getüftelt, die von mächtigen Banken höhere Kapitalpuffer verlangen, um zu verhindern, dass die Großen der Branche allein aufgrund der Folgeschäden für andere Geldhäuser Staaten erpressen können, ihnen um jeden Preis zu helfen.

Was ist mit den Managergehältern?

Die EU ist einig darüber, dass es - am besten weltweit - bindende Vorgaben für die Einkommen von Bankenchefs geben sollte. Etwa, dass Boni einen gewissen Anteil des Gesamtgehalts nicht überschreiten dürfen und tatsächlich abhängig von der Leistung sein müssen. Es wird über Limits nachgedacht, die alle Bonuszahlungen einer Bank deckeln - sie sollen nicht höher sein dürfen als ein bestimmter Anteil des Gewinns. Doch darüber herrscht keine Einigkeit.

Warum soll das vor Bankenpleiten schützen?

Ein Grund für die Finanzkrise war, dass Banker unbeherrschbare Risiken eingegangen sind, weil sie selbst dann Millionenprämien erhielten, wenn die Sache nachher schief ging.

Was ist mit einer Steuer auf Börsengeschäfte?

Der Streit um einen 100-Millionen-Dollar-Bonus für einen Händler der massiv staatlich gestützten US-Bank Citigroup spitzt sich zu. Konzernchef Vikram Pandit hat eingeräumt, eine solche Mega-Prämie sei übertrieben. Doch Star-Händler Andrew Hall bleibt stur und will auf die umgerechnet 68 Millionen Euro nicht verzichten.

Hall ist Chef der Energie- und Rohstoff-Handelssparte Phibro der Citigroup, die der Bank hohe Gewinne bescherte. Schon 2008 strich er mehr als 100 Millionen Dollar ein. Ihm gehört Schloss Derneburg im Landkreis Hildesheim - einst im Besitz des Künstlers Georg Baselitz. Hall zählt zu den größten Sammlern zeitgenössischer Kunst weltweit.

Als Konsequenz aus der Finanzkrise wollen die USA künftig die Banken-Gehälter strikt kontrollieren. Finanzinstitute sollen ihre Lohnstrukturen von der Notenbank (Fed) absegnen lassen. Demnach könnte die Fed Kompensationen ablehnen, die nach ihrer Ansicht zu riskanten Kreditpraktiken verleiten, wie sie der Finanzkrise zugrunde lagen.

Dafür gibt es Unterstützung, etwa aus Deutschland und Österreich. Noch ist aber nicht klar, ob Europa diese Forderung in Pittsburgh vorbringt oder nicht.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer