In Südosteuropa frieren die Menschen, deutsche Versorger geben Entwarnung. Merkel vermittelt im Streit zwischen Kiew und Moskau.

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Unter deutschen Dächern ist es warm – trotz des Gas-Engpasses.

Unter deutschen Dächern ist es warm – trotz des Gas-Engpasses.

Unter deutschen Dächern ist es warm – trotz des Gas-Engpasses.

dpa, Bild 1 von 2

Unter deutschen Dächern ist es warm – trotz des Gas-Engpasses.

Moskau/Berlin. Der Gas-Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat einen dramatischen Höhepunkt erreicht. Seit Mittwoch fließt - trotz massiver Proteste der Europäischen Union (EU) - kein russisches Gas mehr über die Ukraine nach Westeuropa.

Auch Deutschland erhält kein russisches Gas mehr aus den Pipelines, die durch die Ukraine verlaufen. Das bestätigte am Mittwoch Eon Ruhrgas. Es gebe aber nach wie vor genug Gas-Reserven. "Deutschlands Wohnzimmer bleiben warm", betonte der Versorger RWE. Russland ist mit einem Anteil von 37 Prozent der wichtigste Gaslieferant. 80 Prozent des Gases kommt über die Ukraine.

Beide Seiten geben sich die Schuld an der weiteren Eskalation. Die EU warnte Moskau und Kiew vor Konsequenzen und forderte zur Wiederaufnahme der Lieferungen auf. Beide Länder wollen am Donnerstag neue Verhandlungen über die Beilegung ihres Gas-Konflikts aufnehmen.

Unter anderem Österreich, Italien, Serbien, Ungarn, Bulgarien, Griechenland, Tschechien und Rumänien meldeten am Mittwoch einen Totalausfall russischer Gasimporte. In Serbien saßen viele Menschen zum orthodoxen Weihnachtsfest bibbernd in ihren Wohnungen. In einzelnen Ländern traten Notfallpläne in Kraft. In der Slowakei stellte ein großes Stahlwerk die Produktion ein.

Auf Vorschlag der EU und von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werden Russland und die Ukraine neutrale Experten zur Klärung der Lieferblockade zulassen. Dazu hätten sich Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin und die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko in Telefongesprächen mit Merkel bereiterklärt, teilte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin mit.

Russlands Monopolist Gazprom wirft der Ukraine vor, Gas zu stehlen und pumpt deshalb drastisch weniger in die Pipelines. Kiew bestreitet den Diebstahl, schloss aber nach russischer Darstellung die letzte von vier Transit-Leitungen für russisches Gas nach Europa. Aus der Ukraine hieß es dagegen, Russland habe seine Gaslieferungen über die Ukraine komplett gestoppt.

Gazprom warnte vor Schäden an den Pipelines, sollten die Lieferungen nach Europa durch die Ukraine länger unterbunden werden. Bei den eisigen Temperaturen könnte das System "ernsthaften Schaden" nehmen.

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