Drachme könnte wieder eingeführt werden.

Brüssel. Was wird aus Griechenland? Eines ist klar nach dem Geheimtreffen und dem Gerüchte-Gewitter am Wochenende: Griechenland hat so viele Schulden, dass es sich schwertut, mit der bisher zugesagten Nothilfe finanziell zu gesunden. Gestern bewertete die Rating-Agentur Standard & Poor’s zu allem Überfluss Griechenlands Kreditwürdigkeit schlechter als bisher. Das alles heizt Spekulationen an, welche Möglichkeiten dem südeuropäischen Staat bleiben. Bisher Undenkbares wird denkbar – bis hin zur Rückkehr der Drachme.

Versperrt ist Griechenland der Weg, über die Abwertung seiner Währung wirtschaftlich aufzuholen und damit das Vertrauen der Geldverleiher wiederzuerlangen. Denn die Griechen gaben ihre Währung, die Drachme, auf und führten 2001 den Euro ein. Und ein Austritt aus dem Euro-Währungsraum ist eigentlich nicht vorgesehen.

Für Griechenland kursieren derzeit zwei Szenarien. Das erste: Der gebeutelte Staat erhält mehr Zeit, um Schulden zu begleichen. Zudem muss er niedrigere Kreditzinsen zahlen.

Umschuldung könnte den Ruf der Griechen schädigen

Das zweite Szenario – ein Schuldenerlass – wäre schmerzhafter für Griechenlands Gläubiger. Bei so einer Umschuldung müssten die Gläubiger – darunter deutsche Banken und Steuerzahler – auf einen Teil ihres Gelds verzichten. Griechenland sträubt sich aber gegen den Schuldenschnitt. Die Regierung fürchtet, dass dies den Ruf des Lands auf Jahre hinaus schädigen könnte.

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