Eckhard Spoerr steht wegen verbotener Insidergeschäfte in Hamburg vor Gericht.

wza_1500x495_429396.jpeg
Eckhard Spoerr soll mit Insiderwissen Millionen gemacht haben.

Eckhard Spoerr soll mit Insiderwissen Millionen gemacht haben.

dpa

Eckhard Spoerr soll mit Insiderwissen Millionen gemacht haben.

Hamburg. Der wegen verbotener Insidergeschäfte angeklagte Vorstandschef des Telekommunikations-Unternehmens Freenet, Eckhard Spoerr, hat zum Prozessauftakt am Landgericht Hamburg seine Unschuld beteuert. Auch der ebenfalls angeklagte Finanzvorstand Axel Krieger wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe am Freitag zurück.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, im Juli 2004 als Manager des Hamburger Internet-Dienstleisters Freenet jeweils rund 60 000 Aktien ihrer Firma aus einem Sondervergütungsprogramm für den Vorstand verkauft zu haben, kurz bevor der Aktienkurs wegen der Veröffentlichung eines negativen Quartalsberichts einbrach. Sie sollen dadurch jeweils rund 1,17 Millionen Euro verdient haben.

Bei den Transaktionen hätten die Angeklagten ihr Sonderwissen über die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens zielgerichtet eingesetzt, sagte der Staatsanwalt bei der Anklage-Verlesung.

Aktienverkauf war schon 2003 festgelegt worden

Im zweiten Quartal 2004 war der Umsatz von Freenet nach einer drei Jahre langen Steigerungsphase laut Anklageschrift um etwa 16Prozent zurückgegangen. Nach der Veröffentlichung der entsprechenden Zahlen im Quartalsbericht vom August war der Börsenkurs dann um etwa ein Viertel abgesackt.

Spoerr und Krieger hätten dies vorhergesehen und die Aktien rechtzeitig auf dem höheren Kursniveau verkaufen wollen. Die Angeklagten wiesen dies energisch zurück. Sie hätten den Verkauf der zu einem feststehenden Termin angebotenen Aktien aus dem Optionsprogramm für den Vorstand schon Monate zuvor beschlossen, sagte Spoerr.

Schon im August 2003 hätten sich alle Vorstände gemeinsam verpflichtet, Aktien aus Sondervergütungen sofort zu verkaufen, damit der Markt nicht durch Spekulationen des Managements mit Wertpapieren der eigenen Firma verunsichert werde. Auch die Geschäftsentwicklung von Freenet sei zum Zeitpunkt der fraglichen Aktiengeschäfte bekannt gewesen, sagte Spoerr.

Die Umsatzerwartungen seien von ihm selbst kommuniziert worden und habe die Marktteilnehmer nicht überrascht. Der Internetdienstleister Freenet war im März 2007 mit dem Mutterkonzern Mobilcom zur Freenet AG verschmolzen worden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer