Passagiere warten auf dem Frankfurter Flughafen auf ihre Abfertigung.
Passagiere warten auf dem Frankfurter Flughafen auf ihre Abfertigung.

Passagiere warten auf dem Frankfurter Flughafen auf ihre Abfertigung.

dpa

Passagiere warten auf dem Frankfurter Flughafen auf ihre Abfertigung.

Frankfurt/Main (dpa) - Dank der anziehenden Weltwirtschaft hat der größte deutsche Flughafen in Frankfurt 2010 einen Frachtrekord verbucht. Trotz Aschewolke und Schneechaos wurden auch mehr Passagiere befördert. 53 Millionen waren es im vergangenen Jahr.

Heraus stach aber die Frachtbilanz: Mit mehr als 2,2 Millionen Tonnen wurden so viele Waren umgeschlagen wie noch nie zuvor in einem Jahr. Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 stieg das Aufkommen um 21,5 Prozent, wie der Flughafenbetreiber Fraport am Freitag mitteilte. Das Passagieraufkommen legte mit 4,1 Prozent zwar ebenfalls zu, blieb aber mit 53,0 Millionen Fluggästen noch unter dem Rekordjahr 2007. Damals waren 54,2 Millionen Passagiere gezählt worden.

Negativ wirkten sich unter anderem die tagelangen Sperrungen nach der Vulkanasche Islands, Streiks und der frühe Wintereinbruch aus. «Das Auf und Ab in 2010 glich zeitweise der Fieberkurve der Börse an hektischen Tagen», sagte Flughafen-Chef Stefan Schulte.

Insgesamt wurden vergangenes Jahr 22 000 Flüge in Frankfurt zum Beispiel wegen der Aschewolke gestrichen - 15 000 mehr als im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Ohne Flugstreichungen wären nach den Berechnungen der Fraport 1,4 Millionen Passagiere mehr gereist - dann hätte es auch einen Passagierrekord gegeben.

Die Zahl der Flugbewegungen stieg nur leicht um 0,3 Prozent auf rund 464 000. Dabei spielt auch eine Rolle, dass im Schnitt immer größere Flugzeuge eingesetzt werden. So fliegen seit dem vergangenen Jahr Großraumflugzeuge vom Typ Airbus A380 der Lufthansa regelmäßig von Frankfurt aus nach Tokio, Peking oder Johannesburg.

Im Dezember 2010 lag die Passagierzahl bedingt durch Flugausfälle wegen des harten Winters 1,6 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Knapp 3,8 Millionen Fluggäste wurden gezählt. Das Frachtaufkommen kletterte um 3,3 Prozent auf 180 000 Tonnen.

Im kommenden Oktober will der Flughafen, der seit Jahren am Rande seiner Kapazität arbeitet, seine vierte Piste in Betrieb nehmen. Ob es dann - wie jahrelang von der Politik versprochen - ein Nachtflugverbot gibt, muss das Leipziger Bundesverwaltungsgericht noch entscheiden. Einen Termin für die Verhandlung gibt es aber noch nicht, wie eine Sprecherin sagte.

Mit Spannung blicken aber nicht nur lärmgeplagte Anwohner, sondern auch Frachtunternehmen wie Lufthansa Cargo auf die Entscheidung der Bundesrichter. Das Unternehmen hatte angekündigt, seine Flotte von derzeit 18 Frachtmaschinen bis 2015 um etwa ein Drittel aufzustocken. Zudem soll ein neues Frachtterminal entstehen - die Größe wird stark davon abhängen, ob es Ausnahmen vom Nachtflugverbot gibt. Die Lufthansa-Frachttochter rechnet damit, dass der weltweite Markt für Luftfracht bis 2026 im Schnitt um 4,6 Prozent pro Jahr wächst - und daran will das Unternehmen überproportional teilhaben.

Das Frachtaufkommen gilt auch als ein Frühindikator für die globale Konjunktur. Denn gemessen am Gewicht wird zwar nur ein Prozent des grenzüberschreitenden Handels per Luftfracht befördert, gemessen am Wert sind es aber 40 Prozent, sagt Lufthansa-Cargo- Sprecher Michael Göntgens. Per Luftfracht werden unter anderem teure Elektronik, Medikamente oder auch wichtige Ersatzteile befördert. Zur skurilen Fracht gehörten 2010 Geparden aus Irland für den Opelzoo in Hessen, ein zerlegter Hubschrauber für Nepal oder auch besonders wertvolle Oldtimer für eine Versteigerung in Los Angeles.

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