m Mittelpunkt der bislang größten IFA stehen Fernseher mit Internet-Anschluss, die Vernetzung unterschiedlicher Geräte sowie flache Tablet-Computer.
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dpa

m Mittelpunkt der bislang größten IFA stehen Fernseher mit Internet-Anschluss, die Vernetzung unterschiedlicher Geräte sowie flache Tablet-Computer.

Berlin (dpa) - Die bisher größte Elektronik-Messe IFA hat einen schnellen Start erwischt. «Die IFA brummt», sagte Roland Stehle vom IFA-Veranstalter gfu der dpa zum ersten Publikumstag am Freitag.

«Die Hallen sind gefüllt und überall haben wir interessierte Besucher.» Nachricht des Tages war der neue Anlauf einer deutschen Industrie-Allianz, die Vision vom vernetzten Haus der Zukunft in den Alltag zu bringen. Neben der Deutschen Telekom und den Stromriesen Eon und EnBW ist auch der Hausgeräte-Hersteller Miele an Bord.

Die IFA ist traditionell die Messe, bei der Elektronik-Hersteller vor der lukrativen Weihnachtssaison Geschäfte im Milliardenwert abschließen. Zuletzt erlebte die erfolgsverwöhnte Branche im ersten Halbjahr einen deutlichen Geschäftsrückgang und hofft nun umso mehr auf einen Schub durch die Funkausstellung. Beim deutschen Premium-Hersteller Loewe zum Beispiel entscheidet das Geschäft der kommenden Monate darüber, ob die Kurzarbeit im Stammwerk Kronach beendet werden kann. Die IFA hat für das Publikum noch bis zum 7. September geöffnet.

Wie schon bei mancher vergangenen Funkausstellung gab es eine Razzia gegen Produktpiraten. Zollfahnder durchkämmten mehrere Stunden lang die Messehallen. Die Beamten beschlagnahmten mehrere Kisten mit Prospekten sowie Elektrogeräte. Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft gab es bis zum Nachmittag 16 Strafanzeigen.

Unabhängig davon wurde am Vormittag der Stand eines Herstellers geschlossen, der Ventilatoren des britischen Herstellers Dyson nachgeahmt haben soll. Insgesamt gebe es aber weniger Probleme mit Produktpiraten als in früheren Jahren, sagte eine Sprecherin. Vor drei Jahren hatte der Zoll 69 Stände durchsucht. Damals wurden fünf Lastwagen-Ladungen Elektrogeräte, darunter Fernseher, MP3-Player und Autoradios beschlagnahmt.

Die Idee vom vernetzten Heim gibt es schon seit Jahrzehnten, die Allianz hinter der neuen Plattform «Smart Connect» glaubt aber, dass jetzt ihre Zeit gekommen ist. Die Telekom will das System von Mitte 2012 an in Deutschland anbieten. Damit wird man Haushaltsgeräte sowie Gebäudetechnik wie Heizung oder Jalousien steuern können - auch von unterwegs über Smartphone und Tablet-Computer.

Zentrale Komponente ist die «Smart Connect Box» im Haus des Kunden. Die Anlage soll unabhängig vom Telekommunikationsanbieter an jedem Breitband-Anschluss funktionieren. Als Zielgruppe sollen vor allem Hausbesitzer angesprochen werden.

Der zuständige Telekom-Manager Holger Knöpke sieht gleich mehrere Gründe, warum das intelligente Haus jetzt endlich den Durchbruch schaffen könne. Zum einen sei Deutschland inzwischen praktisch flächendeckend mit schnellen Internet-Anschlüssen versorgt. Zum dürften in zwei, drei Jahren schon 60 bis 70 Prozent der Handys Computer-Telefone sein. Außerdem sind die Preise für die Bauteile gefallen und die Debatte um Umweltschutz und Atomenergie bringe das Thema vernetztes Heim zusätzlich auf die Tagesordnung.

Ein Ziel der Partnerschaft ist es auch, einen Standard zu etablieren, der auch international durchsetzbar ist. «Wichtig ist, dass wir schnell sind», betonte Miele-Manager Eduard Sailer in Berlin. Es sei besser, «wenn der Standard von uns ausgeht, als dass uns ein Standard aufgezwungen wird».

Mit dem Publikumsstart am Freitagmorgen strömten tausende Besucher zu den Ständen der 1441 Aussteller. Die Veranstalter um die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) erwarten bis Mittwoch mehr als 220 000 Menschen unter dem Funkturm. Im Mittelpunkt der bislang größten IFA stehen Fernseher mit Internet-Anschluss, die Vernetzung unterschiedlicher Geräte sowie flache Tablet-Computer. Themen sind auch E-Books und Lesegeräte für digitale Literatur, Navigationsdienste und Energiesparen.

Beim traditionellen Messerundgang fanden dreidimensionale Videospiele das besondere Interesse von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Rösler, der sich als «Techie» bezeichnete, zeigte sich auf dem Rundgang angetan von der zunehmenden Verschmelzung von Internet und Fernsehen. «Es sind erst die Anfänge, aber die sind schon sehr spannend.» Die digitale Welt bringe neue Arbeitsplätze.

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