FRANKFURT (dpa-AFX) - Die wieder aufflammende Schuldenkrise hat den Euro am Montag zeitweise auf den tiefsten Stand seit rund vier Monaten gedrückt. Zwischenzeitlich sackte der Euro bis auf 1,2874 US-Dollar ab. Dies ist der tiefste Stand seit Mitte September 2010. Bis zum späten Nachmittag erholte sich der Euro etwas und kostete zuletzt 1,2911 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,2903 (Freitag: 1,2961) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7750 (0,7716) Euro.

"Die Schuldenkrise ist der entscheidende Belastungsfaktor für den Euro", sagte Devisenexpertin You-Na Park von der Commerzbank. Nach Griechenland und Irland stand am Montag mit Portugal der nächste Wackelkandidat im Fokus. EU-Kommission und Bundesregierung dementierten zwar erneut, dass das hochverschuldete Portugal demnächst unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen soll. Doch gleichzeitig schwand das Vertrauen an den Finanzmärkten. "Die Unsicherheit ist sehr hoch", sagte Expertin Park.

An den Märkten sei der Blick auf die in der laufenden Woche anstehenden Auktionen von Schuldtiteln aus Portugal, Spanien und Italien gerichtet, sagte die Expertin. Für den Euro werde dabei entscheidend sein, wie stark die Finanzierungskosten für die Länder steigen. Denn je teurer die Finanzierung am Markt werde, desto attraktiver werde es für ein Land unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Die Expertin geht davon aus, dass sich die europäische Schuldenkrise in den nächsten Wochen eher verschärfen denn beruhigen dürfte. Deshalb dürfte auch der Euro unter Druck bleiben. Es seien einfach noch sehr, sehr viele Fragen offen, betonte die Expertin.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83180 (0,83830) britische Pfund , 107,17 (108,29) japanische Yen und 1,2459 (1,2512) Schweizer Franken festgelegt. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.368,25 (1,367,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33.560,00 (33.060,00) Euro.

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