FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat einen Tag nach dem EU-Gipfel mit einer Berg- und Talfahrt auf neue Spekulationen über einen Schuldenschnitt in Griechenland und auf US-Konjunkturdaten reagiert. Im Nachmittagshandel rutschte die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,3115 US-Dollar, nachdem sie gegen Mittag noch ein Tageshoch bei 1,3213 Dollar erreicht hatte. Am frühen Dienstagnachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3176 (Montag: 1,3110) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7590 (0,7628) Euro.

"Gerüchte über eine Einigung bei den Verhandlungen über einen Schuldenschnitt in Griechenland haben den Euro zunächst kräftig steigen lassen", kommentierte Devisenexpertin You-Na Park von der Commerzbank den schwungvollen Handelsauftakt. Am Nachmittag hätten dann aber enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA die Wende an den Devisenmärkten ausgelöst und den Euro auf Talfahrt geschickt. Nach der Veröffentlichung überraschend schwacher Daten zur Stimmung amerikanischer Verbraucher und Einkaufsmanager habe die Kauflaune der Anleger einen Dämpfer erhalten, so Park.

Seit dem Nachmittag hätten die Investoren wieder verstärkt auf den als sicher geltenden Dollar gesetzt, erklärte die Commerzbank-Expertin den Rückschlag beim Euro. Trotz der Einigung beim EU-Gipfel auf eine Schuldenbremse in der Eurozone und einem Vorziehen des neuen Euro-Rettungsschirms sei die Krise noch nicht vorbei. Mit Blick auf die starken Kursschwankungen beim Euro sagte die Expertin: "Es gibt trotz der jüngsten Fortschritte im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise nach wie vor viel Unsicherheit am Markt."

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83510 (0,83580) britische Pfund , 100,63 (100,53) japanische Yen und 1,2048 (1,2046) Schweizer Franken festgesetzt. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.744,00 (1.729,00) Dollar fixiert. Ein Kilogramm Gold kostete 44.670,00 Euro (44.390,00) Euro.

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