FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Mittwoch wieder über die psychologisch wichtige Marke von 1,30 US-Dollar gestiegen. Das hochverschuldete Portugal hatte sich gegen Mittag erfolgreich frisches Geld am Kapitalmarkt besorgt. Die Emission war wegen der wieder aufgeflammten Schuldenkrise am Markt mit großer Spannung erwartet worden. Am späten Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,3037 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,2973 (Dienstag: 1,2948) Dollar festgesetzt. Der Dollar war damit 0,7708 (0,7723) Euro wert.

"Der Euro hat sich stabilisiert. Der Befreiungsschlag ist aber noch nicht gelungen", sagte Devisenexperte Eugen Keller vom Bankhaus Metzler. Der Euro dürfte auch in den kommenden Monaten im Fadenkreuz der Märkte bleiben. Die einseitige Konzentration auf die Euro-Schuldenkriese dürfte sich fortsetzen. Noch seien zu viele Fragen offen. Dies gelte insbesondere für die Zeit nach 2013, wenn der bisherige Rettungsschirm auslaufe.

Unterstützung erhalte der Euro derzeit von vielen Ländern mit einem Überschuss in der Leistungsbilanz. Zuletzt hatten China und Japan ihre Unterstützung durch Anleihenkäufe signalisiert. Auch in der Eurozone scheine der politische Willen "bedingungslos", sagte Keller. So wird Deutschland nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) alles Notwendige für einen stabilen Euro unternehmen. Unterdessen mehren sich die Stimmen für eine Ausweitung des Rettungsschirms. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso forderte nun eine Aufstockung.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83155 (0,83190) britische Pfund , 108,17 (107,61) japanische Yen und 1,2622 (1,2538) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1.378,75 (1.374,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33.610,00 (33.760,00) Euro.

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