Deutsche Börse
Anzeigetafel in der Börse in Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst / Archiv

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dpa

Anzeigetafel in der Börse in Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst / Archiv

Frankfurt/Main (dpa) - Das Unternehmen Deutsche Börse kann weiter kaum vom Aufschwung an den Aktienmärkten profitieren. Im ersten Quartal sackte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch wegen der Kosten für ein neues Sparprogramm weiter ab, wie der Dax-Konzern am Montagabend in Frankfurt mitteilte.

Die Erlöse schrumpften erneut, obwohl die Stimmung an den Börsen eigentlich so gut wie lange nicht war. Der Leitindex Dax hatte etwa in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 2,4 Prozent auf knapp 7800 Punkte zugelegt.

Das schlägt sich nur bedingt in den Zahlen der Deutschen Börse nieder. Das Unternehmen kämpft wie viele andere internationale Börsenbetreiber seit langem mit sinkenden Umsätzen. Das liegt daran, dass viele Anleger wegen der Euro-Schuldenkrise und der unklaren künftigen Regeln verunsichert sind und sich trotz der deutlich gestiegenen Kurse beim Handeln zurückhalten. Zumindest legten die Erlöse im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2012 zu.

Der operative Gewinn (EBIT) der Deutschen Börse ging zu Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Viertel auf 192 Millionen Euro zurück. Unter dem Strich blieben 121,2 Millionen Euro übrig, knapp 30 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Nettoerlöse schrumpften auch wegen der niedrigen Zinsen im Bankgeschäft der Börse um knapp fünf Prozent auf 484,3 Millionen Euro.

Die Prognose blieb unverändert. Die Deutsche Börse erwartet in diesem Jahr Nettoerlöse zwischen 1,8 und 2 Milliarden Euro. Dabei soll das EBIT in der Spanne von 0,8 bis eine Milliarde liegen, der Überschuss bei 500 bis 700 Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2012 war der Überschuss um ein Viertel auf 645 Millionen Euro eingebrochen, die Erlöse waren um 9 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zurückgegangen.

Vorstandschef Reto Francioni hatte im Februar angekündigt, mit einem neuen Sparprogramm gegen die schwierigen Bedingungen anzukämpfen. Es soll die Kosten bis 2016 um rund 70 Millionen Euro drücken. Auf der Kippe stehen 250 der derzeit 3700 Stellen im Konzern. Zunächst drückt der Umbau aber auf den Gewinn. Das Unternehmen rechnet insgesamt mit Kosten von 90 bis 120 Millionen Euro durch das Sparprogramm. Rückstellungen von rund 70 Millionen Euro wurden nun verbucht.

Ursprünglich hatte Francioni sein Heil in einer Fusion mit der New Yorker Börse NYSE Euronext gesucht. Doch dieser Versuch scheiterte vor einem Jahr am Veto der EU-Kommission. Seit dieser Niederlage versucht Francioni, die Deutsche Börse allein weiterzuentwickeln. Als kürzlich die US-Terminbörse CME wegen eines möglichen Zusammengehens in Frankfurt vorfühlte, holte sie sich eine Absage ab.

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