InterConnex
Ein InterConnex Zug in Leipzig. Seit dem März 2002 rollt der erste private Fernverkehrszug zwischen Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Hendrik Schmidt

Ein InterConnex Zug in Leipzig. Seit dem März 2002 rollt der erste private Fernverkehrszug zwischen Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Hendrik Schmidt

dpa

Ein InterConnex Zug in Leipzig. Seit dem März 2002 rollt der erste private Fernverkehrszug zwischen Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Hendrik Schmidt

Berlin/Köln (dpa) - Der Bahn-Konkurrent Interconnex kapituliert vor den Fernbussen. Nach zwölf Jahren wird die Fernzug-Verbindung Leipzig-Berlin-Rostock/Warnemünde am 13. Dezember eingestellt, kündigte der Betreiber Veolia Verkehr an. Für Fahrgäste entfällt die günstige Alternative zum ICE.

«Als wirtschaftlich handelndes Unternehmen können wir nicht Monat für Monat rote Zahlen schreiben», teilte Veolia mit. Grund für die Probleme sei die neue Konkurrenz durch Fernbusse. HKX als zweiter Bahn-Konkurrent im Fernverkehr will indes weiter fahren.

«Wir können mit den parallel verkehrenden Fernbuslinien, die keine Straßenmaut bezahlen müssen, und deren Preisen nicht konkurrieren», erklärte Veolia-Verkehr-Chef Christian Schreyer. Eine Zugfahrt koste 1700 Euro, etwa an Gebühren für Strecken und Bahnhöfe.

Für die Allianz pro Schiene, zu deren Förderern Veolia gehört, ist der Interconnex das erste Opfer des Preiskampfes zwischen Fernbus und Bahn. Auch die «Billig-Busse» müssten Maut bezahlen. Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer widersprach und warnte davor, den jungen Markt mit einer Mautpflicht zu zerstören.

Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard bezweifelte auch, dass die Fernbusse für das Interconnex-Aus verantwortlich seien. Die meisten Umsteiger kämen vom Auto zum Bus. «Interconnex ist eher Opfer des harten Wettbewerbs unter den Bahnunternehmen, der über Trassenpreise ausgeführt wird.»

Der Deutsche Bahnkunden-Verband erinnerte daran, dass der Interconnex in zwölf Jahren ständig auf der Kippe stand, weil er nie so rentabel war wie erhofft.

Die Konkurrenz durch die Fernbusse spürt nach eigenen Angaben aber auch der Marktführer Deutsche Bahn, seit der Markt für Busfahrten über 50 Kilometer Anfang 2013 freigegeben wurde. Das Bundesunternehmen fürchtet, dieses Jahr bis zu 120 Millionen Euro Umsatz an die Busse zu verlieren, und schreckt deshalb vor Preiserhöhungen im Fernverkehr weitgehend zurück.

Die Bahn ist im Fernverkehr nahezu Monopolist. Als Konkurrent bleibt jetzt nur HKX. «HKX hat nicht vor, den Betrieb auf seiner Stammstrecke zwischen Hamburg und Köln einzustellen», versicherte eine Sprecherin in Köln. Das Unternehmen streicht jedoch Ende Oktober einige Fahrten am Freitag und Samstag, wie es vergangene Woche angekündigt hatte.

Der Hamburg-Köln-Express (HKX) war 2012 an den Start gegangen, hat aber noch nicht die gewünschten Umsätze erreicht, wie Geschäftsführer Carsten Carstensen im Sommer zugab. Er führte das auf veränderte Marktbedingungen zurück: Beim Start gab es zwischen beiden Städten weniger Flüge und keine Fernbusse.

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