Draghi
Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Foto: Arne Dedert

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Foto: Arne Dedert

dpa

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Foto: Arne Dedert

Frankfurt/Riga (dpa) - Nach Jahren im Krisenmodus peilt die Europäische Zentralbank (EZB) ein Ende ihrer umstrittenen Anleihenkäufe zum Jahresende 2018 an.

Sparer müssen allerdings noch bis mindestens Sommer 2019 mit dem Zinstief leben. Das machten die Währungshüter nach ihrer auswärtigen Sitzung in der lettischen Hauptstadt Riga deutlich.

Zunächst will die EZB die Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen vorsichtig abschmelzen. Derzeit pumpt die Notenbank pro Monat 30 Milliarden Euro in den Markt.

Dabei soll es bis einschließlich September bleiben. Sollte sich die Inflation weiterhin wie zuletzt entwickeln, will die Notenbank von Oktober bis einschließlich Dezember monatlich noch 15 Milliarden Euro in Wertpapiere stecken.

«Es ist sehr zu begrüßen, dass das Kaufprogramm der EZB beendet wird», lobte Ifo-Präsident Clemens Fuest. «Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer Normalisierung der Geldpolitik.» Der Dax drehte nach Bekanntgabe der EZB-Entscheidung ins Plus.

Eine Hintertür lässt sich die Notenbank jedoch offen. EZB-Präsident Mario Draghi betonte: «Der EZB-Rat ist in jedem Fall bereit, alle seine Instrumente angemessen anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Inflation weiterhin nachhaltig in Richtung des Inflationsziels des EZB-Rats bewegt.»