Der Verfall der Ölpreise drückt weiter die Inflation im Euroraum. Das will die EZB nicht hinnehmen und Staatsanleihen erwerben.

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Er schließt weiterhin den Kauf von Staatsanleihen nicht aus: Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank.

Er schließt weiterhin den Kauf von Staatsanleihen nicht aus: Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank.

dpa

Er schließt weiterhin den Kauf von Staatsanleihen nicht aus: Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank.

Frankfurt. Europas Währungshüter arbeiten angesichts düsterer Aussichten für Wachstum und Inflation mit Hochdruck an weiteren Sondermaßnahmen. Die Vorbereitungen für zusätzliche Eingriffe seien weit fortgeschritten, sagte EZB-Präsident Mario Draghi gestern in Frankfurt. Notfalls könne die Notenbank rasch handeln. „Rasch heißt rasch, aber nicht unbedingt bei der nächsten Sitzung“, erklärte Draghi.

Der EZB-Rat will Anfang 2015 zunächst beurteilen, inwiefern die bereits sehr lockere Geldpolitik zur Verbesserung der Situation geführt hat. Außerdem sei wichtig, wie sich der für die Inflation wichtige Ölpreis bis dahin entwickelt habe, sagte Draghi. Als weitere Maßnahmen nannte Draghi verschiedene Möglichkeiten von Anleihenkäufen auf breiter Front – auch den Erwerb von Staatsanleihen. Die sind umstritten. Kritiker meinen, die Notenbank würde so Staatsschulden mit der Notenpresse finanzieren, was sie nicht darf. Draghi betonte: „Das ist ein wichtiges Instrument. Wir haben einen Auftrag und wir werden langfristige Abweichungen von unserem Ziel der Preisstabilität nicht tolerieren.“

Die EZB strebt mittelfristig eine Inflationsrate knapp unter zwei Prozent an. Im November lag die jährliche Teuerungsrate im Euroraum nach Schätzung der Statistikbehörde Eurostat nur noch bei 0,3 Prozent. Der Trend wird sich nach neuen EZB-Prognosen nur langsam umkehren. Eine der wichtigsten Orientierungsgrößen in Sachen Geldpolitik ist nach Draghis Angaben der Ölpreis. Er warnte, die schwache Inflation könnte weiter zurückgehen, sollte sich der Preisverfall am Rohölmarkt fortsetzen. Seit dem Sommer sind die Ölpreise um 40 Prozent eingebrochen – unter anderem wegen eines hohen Angebots und verhaltener Nachfrage.

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