Nach Ansicht des renommierten Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen kann nun nur noch eine unabhängige Untersuchungskommission Licht ins Dunkel bringen.

Ferdinand Piech
Ex-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch belastet im VW-Abgasskandal einem Bericht zufolge mehrere Aufsichtsräte des Autobauers schwer. Foto: Marcus Brandt

Ex-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch belastet im VW-Abgasskandal einem Bericht zufolge mehrere Aufsichtsräte des Autobauers schwer. Foto: Marcus Brandt

dpa

Ex-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch belastet im VW-Abgasskandal einem Bericht zufolge mehrere Aufsichtsräte des Autobauers schwer. Foto: Marcus Brandt

Duisburg-Essen. Der Streit zwischen VW und dem ehemaligen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch eskaliert. Laut Piëch sollen Aufsichtsratsmitglieder schon viel früher vom Dieselskandal gewusst haben. Nach Ansicht des renommierten Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen kann nun nur noch eine unabhängige Untersuchungskommission Licht ins Dunkel bringen.

Herr Dudenhöffer, wie schätzen Sie die Vorwürfe von Ferdinand Piëch ein?

Dudenhöffer: Man muss die Anschuldigungen sehr ernst nehmen.

Das heißt?

Dudenhöffer: Es sollte eine unabhängige Untersuchungskommission beauftragt werden, den Sachverhalt zu klären. Man kann sich jetzt nicht mehr zu Hundertprozent auf die Staatsanwaltschaft verlassen. Weil das eventuell den Eindruck vermitteln würde, dass man nicht alle Möglichkeiten ausschöpft, um lückenlos aufzuklären.

Was treibt Piëch an?

Dudenhöffer: Piëch ist ein sehr starker Taktiker. Er scheint frühzeitig etwas gewusst zu haben. Nach meiner Einschätzung will er sich selber irgendwo absichern. Inwieweit auch er schuldig oder unschuldig ist, vermag ich nicht zu sagen. Das ist von außen ganz schwer zu beurteilen. Deswegen: Es ist jetzt ganz wichtig, dass dieser Fall in größere Hände gegeben wird als in die der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Die Risiken für das Unternehmen, das Land Niedersachen und die Politik sind angesichts der Vorwürfe zu groß.

Welche Folgen könnte denn die neue Schlammschlacht bei VW haben?

Dudenhöffer: Auf den Konzern können Belastungen in Höhe von zehn Milliarden Euro zukommen. Und zwar dann, wenn sich bewahrheitet, dass das Management es viel frühzeitiger versäumt hat, die Aktionäre über die Risiken aus dem Dieselskandal zu informieren. Eine entsprechende Meldung nach Börsengesetz ist dann nicht gemacht worden. Dafür müssten der Konzern, beziehungsweise die Manager haften. VW muss jetzt genau prüfen, gegen welche Personen es rechtlich vorgeht. Damit man sich absichert gegen Ansprüche, die auftreten können.

Verstärken die Vorgänge den Vertrauensverlust der Kunden in den Konzern?

Dudenhöffer: Das verstärkt den Vertrauensverlust in den gesamten VW-Aufsichtsrat.

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