Kofler
Als «Mr. Premiere» hat sich Georg Kofler einen Namen gemacht. 2007 verließ er den Chefposten bei dem Abo-Sender.

Als «Mr. Premiere» hat sich Georg Kofler einen Namen gemacht. 2007 verließ er den Chefposten bei dem Abo-Sender.

dpa

Als «Mr. Premiere» hat sich Georg Kofler einen Namen gemacht. 2007 verließ er den Chefposten bei dem Abo-Sender.

München (dpa) - Der frühere Premiere-Chef Georg Kofler hat den Vorwurf der Bilanz-Trickserei bei dem inzwischen als Sky Deutschland auftretenden Abo-Sender zurückgewiesen. «Ich habe ein absolut reines Gewissen», sagte Kofler dem «Handelsblatt» (Mittwoch).

Die von der Börsenaufsicht Bafin kritisierten Premiere-Jahresabschlüsse aus den Jahren 2007 und 2008 seien erst nach seinem Abgang erstellt worden. Die Aufsichtsbehörde wirft dem Sender unter anderem vor, seine Abonnentenzahlen für 2007 und 2008 um jeweils mehr als 600 000 Kunden zu hoch angesetzt zu haben. Zudem soll das Unternehmen in seinen Geschäftsberichten nicht ausreichend auf Risiken hingewiesen haben. Die Bafin prüft den Fall seit längerem und hatte im April 2009 ein offizielles Verfahren eingeleitet.

Sky Deutschland hatte am Montagabend in einer Pflichtmitteilung über den Abschluss des Verfahrens berichtet und die Aktie damit auf Talfahrt geschickt. Am Mittwoch erholte sie sich wieder und setzte sich mit einem Plus von 2,24 Prozent auf 1,505 Euro an die Spitze des MDax.

Kofler stand seit 2002 an der Spitze von Premiere und brachte den Sender 2005 an die Börse. Rund zwei Jahre später stieg er bei Premiere aus und gründete ein Energie-Unternehmen. Nach Koflers Abgang hatte Premiere eingestanden, deutlich überhöhte Abo-Zahlen genannt zu haben und damit auch die Münchner Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.

Kofler hatte die Vorwürfe von Anfang an als haltlos bezeichnet und betont, die Berichterstattung über Finanz- und Abozahlen sei stets korrekt gewesen. Für die Bestimmung von Abonnentenzahlen gebe es gar keine bilanzrechtlichen Standards, sagte er dem «Handelsblatt». Es sei Ermessenssache gewesen, ob man auch Kunden mit geringen Umsätzen hinzugezählt habe oder nicht. Die Umsatzzahlen hätten immer gestimmt.

«Jeder Euro, der ausgewiesen wurde, wurde auch erwirtschaftet», sagte Kofler der «Süddeutschen Zeitung». Derzeit hat der von Medienzar Rupert Murdoch kontrollierte Sender Sky Deutschland rund 2,5 Millionen Abonnenten und liegt damit weit hinter den früher erhofften Zahlen zurück.

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