Gribkowsky
Der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky während seines Strafprozesses. Foto: Frank Leonhardt/Archiv

Der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky während seines Strafprozesses. Foto: Frank Leonhardt/Archiv

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Der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky während seines Strafprozesses. Foto: Frank Leonhardt/Archiv

München (dpa) - Der einstige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat das Münchner Gefängnis im vergangenen Jahr als Multimillionär betreten - und wird es als armer Mann wieder verlassen. Nach langem Warten gab er aus der Haft heraus sein Vermögen frei. Die BayernLB sammelt die Millionen ein.

Von seiner Münchner Gefängniszelle sorgte der 54-Jährige dafür, dass die BayernLB auf sein Geld und seinen Besitz zugreifen darf - und damit für den Schaden entschädigt wird, den er der Bank durch seinen Formel-1-Deal mit Rennchef Bernie Ecclestone eingebrockt hat. «Die BayernLB hat jetzt eine Kontovollmacht», sagte Gribkowskys Verteidiger Daniel Amelung der Nachrichtenagentur dpa in München. Durch die Wiedergutmachung kann Gribkowsky auf eine kürzere Haftdauer hoffen.

Die schwer geplagte Landesbank kann das Geld gut gebrauchen: Immerhin geht es um rund 30 Millionen Euro - vom Stiftungsvermögen über Immobilien bis hin zu kostbaren Uhren und fast 900 Flaschen Wein. Auch Gribkowskys Villa im Münchner Nobelvorort Grünwald dürfte nun bald unter den Hammer kommen. Allein der Verkauf dieser Immobile mit Pool könnte der BayernLB rund sechs Millionen Euro in die Kasse spülen. In den kommenden Jahren hätte Gribkowsky ohnehin nicht dorthin zurückkehren können: Vor drei Monaten war er zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld von Ecclestone kassiert und nicht versteuert hat.

Zudem sorgte er als Vorstand der Bank dafür, dass die BayernLB dem Formel-1-Milliardär beim Verkauf ihrer Anteile an der Rennserie eine üppige Vermittlungsprovision überwies, die eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Diesen Schaden müsse Gribkowsky endlich wiedergutmachen, hatte Richter Peter Noll in der Urteilsbegründung gefordert. Bis dahin sei dies nicht geschehen: Die riesige Summe von Ecclestone habe Gribkowsky vielmehr mit hoher krimineller Energie in eine Schein-Stiftung für krebskranke Kinder in Österreich geleitet. «Das Geld wurde nicht nur versteckt und im Tresor verstaut, sondern dann hat er auch noch den Schlüssel weggeworfen.» Diesen Schlüssel habe die BayernLB nun bekommen, sagte Anwalt Amelung - um im Bild zu bleiben.

Das Geld in der Stiftung mit dem Namen «Sonnenschein» ist mit rund 20 Millionen Euro der dickste Brocken des Vermögens - und war wegen der schwierigen Rechtslage für die BayernLB kaum zu greifen. Nun hat Gribkowky aber dafür gesorgt, dass dort neue Vorstände eingesetzt werden, die den Auftrag haben, die Stiftung aufzulösen und das Geld an die Bank auszuzahlen. «Das muss nun ordnungsgemäß abgewickelt werden», sagte ein BayernLB-Sprecher. Mit den Gribkowsky-Millionen allein will sich die Bank aber nicht zufriedengeben: Derzeit prüft sie auch, ob sich von Ecclestone Schadenersatz holen lässt.

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