Psychologe Helmut K. soll Banken und Investoren um 345 Millionen Euro geprellt haben.

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Helmut K. wird ein Millionenbetrug vorgeworfen.

Helmut K. wird ein Millionenbetrug vorgeworfen.

dpa

Helmut K. wird ein Millionenbetrug vorgeworfen.

Würzburg. Einer der größten mutmaßlichen Anlagebetrüger Deutschlands muss sich seit Mittwoch vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Fast 5000 Privatanleger und internationale Großbanken soll der als „Mini-Madoff“ bekanntgewordene gelernte Psychologe Helmut K. getäuscht und betrogen haben, um sein Luxusleben zu finanzieren.

Die Kunden investierten ihr Geld, der Angeklagte kaufte sich Flugzeuge

Die Kunden investierten ihr Geld in die Fonds des 51-Jährigen, er kaufte sich davon den Ermittlern zufolge Flugzeuge und Villen. „Der insgesamt durch den Angeklagten K. verursachte Schaden beträgt 345 Millionen Euro“, sagte Oberstaatsanwalt Martin Gallhoff. Weil nur noch geringe Vermögenswerte vorhanden sind, haben die Anleger wohl ihre gesamte Geldanlage verloren.

Stundenlang tragen Oberstaatsanwalt Gallhoff und Staatsanwältin Katja Weisensel-Kuhn die Vorwürfe vor. Sie sprechen von gefälschten Depot- und Kontoauszügen, überzogen dargestellten Gewinnen der Hedge-Fonds, falschen Angaben über die riskanten Finanzprodukte und Täuschungen. Der angeklagte Familienvater – im brombeerfarbenen Anzug und mit Cowboystiefeln – verfolgt die Anklageverlesung, teils mit verschränkten Armen, hochkonzentriert.

Seit Oktober 2009 sitzt der Hedge-Fonds-Manager in Untersuchungshaft. Er sieht mitgenommen aus, hat stark abgenommen. Zu den Dutzenden Journalisten sagt er nur: „Es wäre eine Vorverurteilung, von Betrug zu sprechen, das sollte man nicht tun.“ Mehr will er nicht sagen, verweist auf seine Anwälte. Die versprechen, ihr Mandant wolle den Schaden wiedergutmachen. „Der Wunsch und Wille dazu liegt vor, soweit es im Rahmen des Möglichen liegt“, sagte Verteidiger Achim Groepper.

Nicht nur Privatanleger, auch Banken ließen sich blenden

Mit einem gigantischen Schneeballsystem soll der Psychologe auch die britische Barclays Capital Bank und die französische BNP Paribas an der Nase herumgeführt haben. Die Banken ließen sich blenden, genau wie die Privatanleger, die 122,2 Millionen Euro in Fonds investierten.

K. und seine Komplizen lebten den Ermittlern zufolge seit Jahren auf großem Fuß, steckten Millionen in die eigene Tasche. Der zweifache Vater etwa soll sich über seine Firmen zwei Flugzeuge und einen Helikopter gekauft haben. Auch eine Millionenvilla in Florida sowie Boote soll er sein Eigen genannt haben.

Der Prozess wird am 23. März fortgesetzt.

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