Die Euro-Länder lassen Griechenland nicht fallen. Ihre Regierungschefs gehen auf Nummer sicher und versprechen, den Griechen bei Bedarf finanziell beizuspringen. Diese Zusage ist für den deutschen Steuerzahler ärgerlich, weil sie ihn womöglich Geld kostet, und ernüchternd, weil ihm doch einst versprochen wurde, dass es in der Währungsunion keine Rettungshilfen für unsolide wirtschaftende Staaten geben wird.

Nun also ist doch ein Soli Süd besiegelt worden - und einige Volkswirte sehen darin bereits einen Freibrief für spendierfreudige Regierungen. Diese Sicht der Dinge ist blauäugig. Denn es ist richtig und nötig, dass die Regierungschefs mit einer Nothilfe-Zusage endlich den Spekulationen etwas entgegengesetzt haben.

Die in Aussicht gestellten Finanzhilfen kosten unter Umständen viel Geld, aber bei einem Verzicht auf sie hätte der Bundesbürger fürchten müssen, wesentlich stärker zur Kasse gebeten zu werden. Gewiss, mancher Bundesbürger, der bis 67 arbeiten muss, mag es als ungerecht empfinden, wenn er einem Land beispringen muss, in dem sich viele Arbeitnehmer gegen einen Renteneintritt mit 63 wehren. Ließe Europa jedoch Griechenland allein, wäre ein zweites Bankenbeben á la Lehman nicht auszuschließen - und dann müssten die Bundesbürger eines Tages vielleicht bis 72 ran.

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