Aufwendungen von 3,1 Milliarden Euro pro Jahr für neue Produkte.

Bayer-Chef Marijn Dekkers  setzte sich am Mittwoch die 3D-Brille auf, um Forschungsfilme zu schauen.
Bayer-Chef Marijn Dekkers setzte sich am Mittwoch die 3D-Brille auf, um Forschungsfilme zu schauen.

Bayer-Chef Marijn Dekkers setzte sich am Mittwoch die 3D-Brille auf, um Forschungsfilme zu schauen.

dpa

Bayer-Chef Marijn Dekkers setzte sich am Mittwoch die 3D-Brille auf, um Forschungsfilme zu schauen.

Leverkusen. Der seit Oktober amtierende Bayer-Chef Marijn Dekkers (53), gebürtiger Niederländer mit amerikanischem Pass, hat sich jetzt auch der internationalen Presse vorgestellt.

Vor rund 140 Journalisten in Leverkusen kündigte er eine Forschungs-Offensive an. Nach 3,1 Milliarden Euro in diesem Jahr - einem Rekordwert, 350 Millionen Euro mehr als bisher und das größte Budget eines Pharmakonzerns in Deutschland - soll 2011 ein gleichhoher Betrag eingesetzt werden.

Mehr Innovation und weniger Administration

Das zusätzliche Geld dafür hat sich Dekkers bereits über einen Abbau von weltweit 4500 Stellen, davon 1700 in Deutschland beschafft. Über Umschichtungen und schlankere Verwaltung sollen jährlich 800 Millionen Euro eingespart werden. Dekkers Losung heißt: Mehr Innovation und weniger Administration. Der Arbeitsplatzabbau bei Rekordgewinnen hat allerdings die Arbeitnehmervertreter gegen ihn aufgebracht. Sie fürchten um den Verlust der bisherigen Unternehmenskultur.

Bei Pharma sind mehr als 50 Projekte in der Pipeline

Dekkers ficht das nicht an, die Reaktion der Arbeitnehmer habe ihn nicht überrascht; sagt er. "Ich war bei der Ankündigung gut vorbereitet, weshalb sollte ich da überrascht sein." Man müsse hinter die Bayer-Zahlen schauen. Schließlich ständen Umsatz und Ergebnis bei Gesundheit (Health-Care) und Pflanzenschutz (Crop-Science) unter Druck. Gründe dafür seien der Wettbewerb mit Nachahmer-Präparaten, steigende Entwicklungskosten und die Belastungen aus Gesundheitsreformen. Deshalb musste er gegensteuern.

Die Gelder fließen zu zwei Dritteln (2,1 Milliarden Euro) in die Pharmasparte, die einen Forschungsstandort in Wuppertal hat, und zu einem Viertel in den Pflanzenschutz nach Monheim. 60 Prozent der Gelder bleiben im Lande.

Bei Pharma sind 53 Innovationen in der Pipeline, die klinisch erprobt werden. Größter Hoffnungsträger ist der Gerinnungshemmer Xarelto, der ein Umsatzpotenzial von zwei Milliarden Euro hat.

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