VW und Lichtblick wollen Wärme und Strom klimafreundlich erzeugen.

Hamburg. Zwei ungleiche Partner wollen in einer Allianz die Energiewende voranbringen: Europas größter Autobauer Volkswagen und der alternative Energieversorger Lichtblick aus Hamburg, nach eigenen Angaben die Nummer eins beim Ökostrom in Deutschland. Sie bieten Mini-Kraftwerke für den hauseigenen Keller an. "Wir wollen die Energielandschaft in Deutschland nachhaltig verändern", sagt Lichtblick-Chef Christian Friege.

VW baut in seinem Motorenwerk kleine Blockheizkraftwerke

VW startete im Motorenwerk Salzgitter die Serienfertigung kleiner Blockheizkraftwerke, die - auf einem Erdgas-Automotor basierend - Wärme für zu Hause und Strom fürs Netz produzieren. Lichtblick vermarktet sie unter dem griffigen Namen "Zuhause-Kraftwerke". Bis zum Jahresende werden in der Hamburger Region die ersten 30Kraftwerke installiert, unter anderem bei der Stadtreinigung. Ab Frühjahr sollen größere Stückzahlen auf den Markt kommen. Der Vertrieb werde deutschlandweit mit Handwerkspartnern schrittweise ausgebaut, hieß es.

Der Kunde soll nur bis zu 8000 Euro für sein privates Blockheizkraftwerk im Keller zahlen. Dafür bleibt es Eigentum von Lichtblick, das für Installation und Betrieb sorgt. Das Interesse an den kleinen Kraftpaketen für den eigenen Keller sei groß - sowohl bei Häuslebauern als auch bei kommunalen Einrichtungen und Wohnungsgesellschaften, heißt es bei Lichtblick. In sechs Jahren sollen 100000 "Zuhause-Kraftwerke" verkauft werden. Das entspräche der Stromkapazität zweier Atomkraftwerke.

Der Autobauer will sich ein neues Standbein erschließen

Volkswagen sieht den Bau der Aggregate als wichtigen Schritt bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder. "Jede Anlage, die wir an Lichtblick liefern, sichert zudem Arbeitsplätze im Werk Salzgitter und an weiteren Standorten", sagt Markenvorstand Werner Neubauer. Nach Angaben des VW-Betriebsrats werden bei einer jährlichen Produktion von 10000 Kraftwerken 160 Stellen in Salzgitter gesichert.

Die Anlagen können bei Bedarf miteinander vernetzt werden

Das Besondere an dem Konzept ist die Vernetzung der "Zuhause-Kraftwerke". Tausende Anlagen sollen je nach Bedarf - ferngesteuert per DSL oder Mobilfunk aus der Lichtblick-Zentrale - Strom gebündelt ins Netz abgeben - vor allem dann, wenn wetterbedingt weniger Strom aus Wind und Sonne anfällt. Die Wärme kann sofort genutzt oder im Pufferspeicher im Keller zu Hause gespeichert werden.

 

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