EADS
Flugzeugbauer Airbus wird überschüttet mit Aufträgen, doch der schwache US-Dollar verhagelt dem Mutterkonzern EADS die Bilanz. Im zweiten Halbjahr soll die Kriegskasse für weitere Zukäufe genutzt werden. (Archivfoto)

Flugzeugbauer Airbus wird überschüttet mit Aufträgen, doch der schwache US-Dollar verhagelt dem Mutterkonzern EADS die Bilanz. Im zweiten Halbjahr soll die Kriegskasse für weitere Zukäufe genutzt werden. (Archivfoto)

dpa

Flugzeugbauer Airbus wird überschüttet mit Aufträgen, doch der schwache US-Dollar verhagelt dem Mutterkonzern EADS die Bilanz. Im zweiten Halbjahr soll die Kriegskasse für weitere Zukäufe genutzt werden. (Archivfoto)

München/Paris (dpa) - Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS plant einem Bericht zufolge angesichts schrumpfender Wehrausgaben einen grundlegenden Umbau seiner Rüstungssparte.

Damit solle das Militär- und Sicherheitsgeschäft weltweit neuaufgestellt und vor allem die Kosten gedrückt werden, schreibt die «Financial Times Deutschland». Die Sparte, die seit vergangenem Herbst Cassidian heißt, machte 2009 rund 5,4 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt weltweit rund 28 000 Menschen. Eine Sprecherin sagte der «FTD», es seien im Zuge eines 2011 startenden Umbau- und Optimierungsprogramms allerdings noch keine konkreten Entscheidungen gefallen.

Unterdessen droht bei EADS erneut ein Machtkampf zwischen Deutschen und Franzosen. Der Medienunternehmer und Miteigentümer Arnaud Lagardère beharrt darauf, 2012 wie geplant den Vorsitz im mächtigen EADS-Verwaltungsrat zu übernehmen, den derzeit Daimler- Finanzvorstand Bodo Uebber innehat. «Ich werde 2012 gemäß dem Aktionärspakt den Vorsitz des EADS-Verwaltungsrats übernehmen; ich sehe darin überhaupt keinen Widerspruch zu dem Wunsch, meine (7,5-prozentige) Beteiligung abzustossen«, hatte Lagardère vergangene Woche dem französischen «Le Figaro» erklärt. Vor 2012 gedenke er daher nicht, unter einen Anteil von 6 Prozent bei EADS zu rutschen.

Die französische Wirtschaftszeitung «Les Echos» hatte am Freitag berichtet, Lagardères Wunsch kollidiere mit EADS-Plänen, die Verträge der Führungsspitze zu verlängern. Arnaud Lagardère spielt eine Schlüsselrolle bei EADS, sein Vater Jean-Luc hatte zusammen mit Daimler den Konzern vor gut einem Jahrzehnt ins Leben gerufen, allerdings überlegte der Sohn auch schon seine Anteile zu verkaufen.

Neben Uebber haben der Franzose Louis Gallois als Vorstandschef und der Deutsche Thomas Enders als Chef der wichtigsten Konzerntochter Airbus derzeit die entscheidenden Positionen bei EADS/Airbus inne. Bei EADS ist festgelegt, dass bei einem Franzosen als Vorstandschef der Verwaltungsratsvorsitz mit einem Deutschen besetzt sein muss und umgekehrt.

Würde Gallois gehen, würde Enders trotz seines Wunsches zu einem längeren Verbleiben bei Airbus als «natürlicher Kandidat» dessen Position besetzen, schrieb «Les Echos». Bei Airbus wäre dann die aktuelle Nummer zwei, der Franzose Fabrice Brégier, der Anwärter auf Enders' Posten.

Unterhalb dieser Führungsebene könnte es dann aber zu einem Machtgerangel zwischen den Aufrückern kommen, so das Blatt. Bereits in der Vergangenheit hatte es immer wieder Streit um die Vorherrschaft bei dem europäischen Konzern gegeben. Paris und Berlin hatten sich am 16. Juli 2007 daher auf ein Abkommen geeinigt, das die binationale Besetzung der EADS-Spitze regelt.

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