Montage im Hamburger Airbus-Werk in Finkenwerder eines Airbus der A320-Familie: Die indische Fluggesellschaft IndiGo hat 180 Flugzeuge des Typs A320 bestellt.
Montage im Hamburger Airbus-Werk in Finkenwerder eines Airbus der A320-Familie: Die indische Fluggesellschaft IndiGo hat 180 Flugzeuge des Typs A320 bestellt.

Montage im Hamburger Airbus-Werk in Finkenwerder eines Airbus der A320-Familie: Die indische Fluggesellschaft IndiGo hat 180 Flugzeuge des Typs A320 bestellt.

Airbus-Mitarbeiter montieren aim Werk in Hamburg-Finkenwerder einen Airbus der A320-Familie.

Der Auftragswert der indischen Fluggesellschaft IndiGo beläuft sich nach Listenpreisen auf 15,6 Milliarden Dollar.

Bei der Bestellung der Fluggesellschaft IndiGo handelt es sich um den größten Einzelauftrag für Passagierjets in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt.

Mitarbeiter montieren in Hamburg im Airbus-Werk in Finkenwerder die Innenausstattung des Rumpfes eines Airbus A320.

Mitarbeiter im Hamburger Airbus-Werk montieren die Innenausstattung des Rumpfes eines Airbus A320.

Die indische Fluggesellschaft IndiGo hat 180 Flugzeuge des Airbus A320 bestellt.

dpa, Bild 1 von 7

Montage im Hamburger Airbus-Werk in Finkenwerder eines Airbus der A320-Familie: Die indische Fluggesellschaft IndiGo hat 180 Flugzeuge des Typs A320 bestellt.

Les Mureaux (dpa) - EADS beginnt das zweite Jahrzehnt seines Bestehens mit einem Milliarden-Auftrag der Konzerntochter Airbus. Wachstumsperspektiven sieht der Luft- und Raumfahrtkonzern vor allem außerhalb Europas. Die Zeit der Krise sei vorbei, Partnerschaften seien geplant.

Beflügelt von einem milliardenschweren Großauftrag für Airbus aus Indien blickt der Mutterkonzern EADS wieder zuversichtlich in die Zukunft. «2010 war definitiv ein Jahr des Fortschritts», sagte EADS-Chef Louis Gallois bei seinem Jahresausblick in Les Mureaux (bei Paris). Wenige Stunden zuvor hatte die Konzerntochter Airbus eine Bestellung der indischen IndiGo-Airline über 180 A320-Flugzeuge bekanntgegeben.

Es handele sich um den größten Einzelauftrag für Passagierjets in der Geschichte der kommerziellen Luftfahrt, berichtete Airbus am Dienstagabend. Der Auftragswert beläuft sich nach Listenpreis auf 15,6 Milliarden Dollar. Üblich sind bei Flugzeugbestellungen allerdings Rabatte in prozentual zweistelliger Höhe.

«Es ist der Deal des Jahres, schöner kann man das Jahr gar nicht einleiten», sagte Gallois. Die Krise im Flugzeugbau sei zwar noch nicht überwunden, doch sei das Geschäft mittlerweile wieder stärker angelaufen als erwartet. Airbus habe 2010 mehr als 500 Flugzeuge ausgeliefert und auch mehr als 500 Bestellungen verbucht. Die größte Konzerntochter, die rund 70 Prozent zum Umsatz beiträgt, hat 2010 damit mehr Flugzeuge ausgeliefert als ihr US-Rivale Boeing.

Der US-Flugzeugbauer lieferte 462 Flugzeuge aus (2009: 481) und verbuchte Aufträge über 530 Maschinen - Gallois gab für 2010 das Orderbuch für Airbus mit «mehr als 500» an. Exakte Zahlen sollen am 17. Januar veröffentlicht werden. Boeing erzielte 2010 unterm Strich Aufträge über 530 Maschinen.

Die Rentabilität von Airbus werde mittelfristig erheblich steigen, die Sparprogramme zeigten Wirkung, betonte Gallois. Dennoch müsste EADS im zweiten Jahrzehnt seines Bestehens aber weiter Kosten reduzieren und sich international besser aufstellen. Vor allem die Schwellenländer bildeten neben Europa und den USA einen neuen Schwerpunkt. EADS plane dort auch Partnerschaften für weiteres Wachstum und verfüge dafür auch über die finanziellen Mittel. Finanzchef Hans Peter Ring bezifferte deren Höhe mit mehr als 10 Milliarden Euro.

Die Probleme beim Trent-900-Triebwerk von Rolls Royce hätten dem Mega-Airbus A380 nicht geschadet, sagte Gallois. Der Gigant der Lüfte sei «das Flaggschiff des 21. Jahrhunderts» und habe seine Problemphase weitgehend hinter sich. Gallois: «Wir sind nun aus dem Gröbsten 'raus». Im laufenden Jahr sollten zwei Maschinen pro Monat ausgeliefert werden. Bei dem von zahlreichen Geburtswehen begleiteten Militärtransporter A400M gehe es gut voran, die Produktion habe begonnen.

Der Hightech-Flieger A350 sei technologisch nach wie vor eine Herausforderung, seine Entwicklung schreite aber ebenfalls voran. Der Helikopter-Hersteller Eurocopter befinde sich noch in der Krise, vor allem im Segment der leichten und mittleren Hubschrauber. Erheblichen Kostendruck gebe es im Raumfahrt- und Rüstungsbereich, wo drastische Kürzungen die Geschäftsperspektiven vor allem in Europa trübten. Sie sollen kompensiert werden durch Aufträge aus den Schwellenländern. Probleme mit dem immer wieder verschobenen ersten Sojus-Start vom europäischen Raumfahrtbahnhof Kourou bereiteten zudem erhebliche Probleme beim Satellitentransport-Geschäft.

Zur Frage seiner möglichen Nachfolge erklärte Gallois, die stehe jetzt noch nicht an. Sein Vertrag ende im Juni 2012, und bis dahin würden sich die Anteilseigner Gedanken dazu machen.

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