Der neue Igedo-Chef spricht Klartext: „Wir sind nicht mehr die erste Messe.“

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Philipp Kronen will der Igedo neues Leben einhauchen.

Philipp Kronen will der Igedo neues Leben einhauchen.

dpa

Philipp Kronen will der Igedo neues Leben einhauchen.

Düsseldorf. "Die Igedo Fashion Fairs in Düsseldorf als größte Modemesse der Welt, das ist lange vorbei. Wir sind nicht mehr die erste Messe."

Deutliche Worte fand Philipp Kronen, Gesellschafter und neuer Geschäftsführer des Düsseldorfer Modemessen-Veranstalters Igedo, am Mittwoch bei seinem ersten offiziellen Auftritt in Düsseldorf. Der Enkel des Firmengründers (43) sitzt seit Anfang des Jahres auf dem Igedo-Chefsessel und soll die jahrelange Talfahrt der Modemessen in Düsseldorf stoppen.

"Die Modemetropole Düsseldorf ist nicht ohne eine starke Messe denkbar", ist Kronen überzeugt. "Wir wollen den Neuanfang in Düsseldorf wagen." Mit welchem Konzept, das ließ er am Mittwoch jedoch offen.

"In der Vergangenheit ist viel zu oft und viel zu früh immer wieder von neuen Konzepten gesprochen worden. Ich werde sie erst vorlegen, wenn sie wirklich ausgereift sind." Ein "Weiter so" dürfe es aber nicht geben. "Sonst gibt es die Messe irgendwann nicht mehr, und keiner hat es gemerkt."

Die Igedo streicht die Hälfte der derzeit 60 Stellen

Fest steht bereits, dass rund die Hälfte der derzeit 60 Stellen bei der Igedo gestrichen werden. Das wird, so Kronen, nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen gehen. Dazu gebe es aber keine Alternative. Seit Jahren schon sei der Igedo-Umsatz rückläufig. "Es ist in der Vergangenheit versäumt worden, die Mitarbeiterzahl kontinuierlich anzupassen." Immerhin schreibe die Igedo noch schwarze Zahlen und sei liquide.

Für die Igedo Fashion Fairs, die vom 1. bis 3. Februar in den Düsseldorfer Messehallen stattfinden, versprach Kronen trotz aller Krisenstimmung: "Die Messen werden besser als viele erwarten." 1450 Aussteller und Kollektionen sind dabei, darunter viele junge und neue Labels.

Die Branche jedenfalls setzt weiter auf die Metropole am Rhein. "Trotz aller Unkenrufe - der Modestandort Düsseldorf ist wettbewerbsfähig", sagt Thomas Rasch, Hauptgeschäftsführer des Modeverbandes GermanFashion. "Die deutsche Modebranche macht hier ihr Geschäft."

Um den Standort zu stärken, wird es am 31.Januar für Fachbesucher erstmals eine Auftaktveranstaltung am Düsseldorfer Flughafen geben - organisiert vom Modeverband und dem "Fashionnetwork". Escada-Gründer Wolfgang Ley präsentiert sein neues Damen-Label CWL, die Marke Bugatti bringt die Herrentrends für den Herbst auf den Laufsteg und Nachwuchsdesignerin Tonja Zeller zeigt ihre Damenkollektion.

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