Zuversicht beim Schuldenschnitt - Aber reicht private Umschuldung?

Athen (dpa) - Kurz vor dem EU-Gipfel in Brüssel ist ein Durchbruch bei den Verhandlungen über Griechenlands Schuldenschnitt in greifbare Nähe gerückt. «Wir sind dabei, den Vertrag abzuschließen - vielleicht nicht heute, aber am Wochenende», sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn am Freitag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Allerdings wächst gleichzeitig die Skepsis, ob ein Schuldenerlass privater Gläubiger überhaupt reicht, um das Land zu retten. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hält einen größeren Beitrag der Euro-Länder bei einer Umschuldung für notwendig. Ob sich die Europäische Zentralbank beteilige, sei aber allein Sache der unabhängigen Notenbank.

US-Wirtschaft legt zu: 2,8 Wachstum im vierten Quartal 2011

Washington/Frankfurt (dpa) - Das Wachstum in den USA zieht an - allerdings geringer als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltweit größten Volkswirtschaft stieg im vierten Quartal 2011 auf das Jahr hochgerechnet um 2,8 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Freitag in Washington nach einer ersten Schätzung mitteilte. Allerdings hatten Experten mit einem Wachstum von drei Prozent gerechnet. Dennoch legt die US-Wirtschaft an Tempo zu: Noch von Juli bis September war sie lediglich um 1,8 Prozent gewachsen. Im zweiten Quartal 2011 betrug das Wachstum nur 1,3 Prozent.

Clemens Fuest wird neuer ZEW-Präsident

Mannheim (dpa) - Der Finanzexperte und Regierungsberater Clemens Fuest (43) wird neuer Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Der 43-Jährige, der derzeit Professor an der Universität Oxford ist, wird im März 2013 Wolfgang Franz ablösen. Das teilte das ZEW am Freitag in Mannheim mit. Der derzeitige Präsident Franz verabschiedet sich Ende Februar 2013 in den Ruhestand. Fuest ist derzeit Direktor des Zentrums für Unternehmensbesteuerung in Oxford. Außerdem berät der 43-Jährige Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

Inoxum-Verkauf vor Entscheidung: Beschäftigte fordern Garantien

Essen/Bochum (dpa) - Im Ringen um den Verkauf der ThyssenKrupp- Edelstahlsparte Inoxum an den finnischen Konkurrenten Outokumpu steht eine Entscheidung bevor. Derzeit laufen unter Hochdruck Verhandlungen zwischen der Arbeitnehmerseite und den Unternehmen. Eine Entscheidung ist nach Angaben der Beteiligten noch nicht gefallen. Für kommende Woche hat ThyssenKrupp eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung mit dem Tagesordnungspunkt Inoxum einberufen. Die IG Metall betonte, dass es am Dienstag im Kontrollgremium zu einer Entscheidung kommen solle. Die Arbeitnehmerseite werde kein grünes Licht für einen Verkauf geben, bevor die Unternehmen nicht weitgehend Zusagen für Standorte und Arbeitsplätze gemacht hätten.

Insolvenzgeld für Schlecker-Mitarbeiter steht bereit

Ehingen/Stuttgart (dpa) - Das Insolvenzgeld für die mehreren zehntausend Beschäftigten der Drogeriekette Schlecker steht bereit. Die Lohnansprüche von rund 33 000 Mitarbeitern werden bis Ende März durch die Summe von rund 150 Millionen Euro abgedeckt. Das berichtete die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Stuttgart. Die Arbeitsagentur zahle das Geld aus. Betroffene müssen Angaben der Behörde zufolge keine Einzelanträge stellen. Zudem will die Agentur direkt in der Schlecker-Zentrale in Ehingen ein Büro aufmachen, um möglicherweise Arbeitsplätze zu vermittlen, sollte es zu Kündigungen kommen.

Fluggesellschaften unter EU-Kartellverdacht

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission verdächtigt mehrere Fluggesellschaften der SkyTeam-Allianz, bei Transatlantikflügen zu eng zusammengearbeitet zu haben. Die EU-Wettbewerbshüter überprüfen deshalb die Airlines Air-France/KLM, Alitalia und Delta in einem Kartellverfahren, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Vor allem auf Routen zwischen Europa und Nordamerika stimmten die Fluggesellschaften ihre Flüge ab, erklärte die Kommission. Sie koordinierten dabei die Kapazitäten, Flugpläne, Preise und Verwaltung der Einnahmen und teilten Gewinne und Verluste. Die EU-Kommission will untersuchen, ob diese Zusammenarbeit die Ticketpreise steigen ließ.

Einzelhandel startet am Montag Winterschlussverkauf

Berlin (dpa) - Mit Rabatten von bis 50 Prozent starten die Einzelhändler am kommenden Montag den Winterschlussverkauf (WSV). Vor allem Modegeschäfte müssten die Lager räumen, um Platz für die neue Frühjahrsware zu schaffen, teilte der Handelsverband HDE mit. Durch den viel zu milden Winter seien noch viel warme Bekleidung und Winterschuhe liegen geblieben. Der Branchenverband rechnet damit, dass gut drei Viertel der rund 400 000 Einzelhändler sich an der freiwilligen Schlussverkaufsaktion beteiligen. WSV-Angebote werde es aber auch in vielen Möbelgeschäften, Bau- und Elektronikmärkten geben.

Enttäuschende US-Daten drücken Dax wieder ins Minus

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag nach etwas schlechter als erwartet ausgefallenden US-Konjunkturdaten wieder ins Minus gerutscht. Der zwischenzeitlich festere Dax zeigte sich 0,48 Prozent schwächer bei 6508 Punkten. Noch am Vortag hatte der Leitindex erstmals seit Anfang August über der Marke von 6500 Punkten geschlossen. Auch die anderen Indizes rutschten am Freitag in die Verlustzone: Der MDax mittelgroßer Werte büßte 0,46 Prozent auf 9929 Punkte ein und der TecDax verlor 0,20 Prozent auf 744 Punkte. Der Kurs des Euro stagnierte: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3145 (Donnerstag: 1,3145) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7607 (0,7607) Euro.

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