EU: Post muss bis zu einer Milliarde Euro Beihilfen zurückzahlen =

Brüssel (dpa) - Die Deutsche Post hat nach Ansicht der EU-Kommission ungerechtfertigte staatliche Beihilfen von bis zu einer Milliarde Euro erhalten. Deutschland müsse deshalb 500 Millionen bis eine Milliarde Euro von dem Unternehmen zurückfordern, entschied die Kommission am Mittwoch in Brüssel. Ein genauer Betrag wurde nicht genannt. Die Post will gegen die Entscheidung klagen. «Die Rückzahlungsentscheidung der EU-Kommission ist nicht nachvollziehbar und entbehrt jeglicher Grundlage», erklärte Post-Vorstandschef Frank Appel. Bei den umstrittenen Beihilfen von 1995 an geht es um Zahlungen für die Pensionslasten für Beamte, die der frühere Staatskonzern bei seiner Privatisierung übernommen hatte.

Deutsche Wirtschaft zuversichtlicher - ifo-Index steigt erneut=

München (dpa) - Die deutsche Wirtschaft sieht Aussichten auf Entspannung in der Eurokrise und schüttelt ihre Rezessionsängste ab. Der ifo-Geschäftsklima-Index stieg im Januar überraschend zum dritten Mal in Folge. Trotz Rezession in vielen Euroländern ist auch die Exportindustrie für das kommende halbe Jahr wieder optimistischer. «Die deutsche Wirtschaft startet mit Elan ins neue Jahr», sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Mittwoch in München. Der ifo-Index legte von 107,3 Punkten im Dezember auf 108,3 Punkte zu. «Die Eurokrise hat sich ein bisschen beruhigt, und in den USA läuft es deutlich besser», erklärte der Konjunkturexperte des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Abberger. Von einer Trendwende würde er noch nicht sprechen, «aber die Wirtschaft hat sich wieder gefangen. Der Abwärtstrend ist erst einmal gestoppt».

SAP gelingt in Rekordjahr beinahe Gewinnverdopplung =

Walldorf/Frankfurt (dpa) - Europas größter Softwarehersteller SAP hat im besten Jahr seiner Geschichte unter dem Strich 3,44 Milliarden Euro eingestrichen und den Gewinn damit fast verdoppelt. «Wir haben unsere Vorgaben bei weitem übertroffen», sagte SAP-Finanzvorstand Werner Brandt am Mittwoch bei der Jahresbilanz in Frankfurt am Main. Auch nach den neuen Bestmarken sind die Walldorfer zuversichtlich, dass die Erfolgsserie nicht abreißt. SAP sei auf dem besten Weg, das Umsatzziel von 20 Milliarden Euro bis 2015 zu übertreffen. Die Softwareschmiede zählt mittlerweile fast 56 000 Vollzeitstellen. «Es war das größte Jahr in der Geschichte unseres Unternehmens», sagte SAP-Co-Chef Bill McDermott. «Und in unserer Pipeline steckt diesmal noch mehr als vor einem Jahr.»

IG Metall im Südwesten will bis 6,5 Prozent mehr Geld =

Sindelfingen (dpa) - Die IG Metall im Südwesten will mit einer Forderung von bis zu 6,5 Prozent mehr Geld in die bevorstehende Metall-Tarifrunde gehen. Das beschloss die Große Tarifkommission der IG Metall Baden-Württemberg am Mittwoch in Sindelfingen, wie die Gewerkschaft mitteilte. Eine Untergrenze wurde in der Forderungsempfehlung nicht genannt. Damit gibt die IG Metall im traditionellen Pilotbezirk auch die bundesweite Linie für die Branche mit 3,6 Millionen Beschäftigten vor.

Boeing und Airbus teilen Riesen-Auftrag aus Norwegen =

Oslo/Paris (dpa) - Neue Milliardenaufträge für Boeing und Airbus: Die Billig-Fluggesellschaft Norwegian bestellt insgesamt 222 Flugzeuge beim europäischen Flugzeugbauer und dessen US-Rivalen. Den Gesamtwert der Vereinbarungen bezifferte das bisher nur mit 61 Flugzeugen operierende Unternehmen am Mittwoch in Oslo auf umgerechnet 16,5 Milliarden Euro (127 Mrd Kronen). Norwegian-Chef Bjørn Kjos nannte die Riesenbestellung «historisch»: «Dieser Auftrag ist der größte, den jemals eine europäische Fluggesellschaft erteilt hat.» Boeing soll ab 2017 hundert Passagierflugzeuge des neuen Typs 737 MAX8 liefern. Airbus wurde mit derselben Anzahl für seine A320neo bedacht, von denen die erste Maschine 2016 für Norwegian fliegen soll.

Chip-Hersteller AMD rutscht ins Minus =

Sunnyvale (dpa) - Schon wieder rote Zahlen beim Chip-Hersteller AMD: Nachdem der Intel-Konkurrent eigentlich aus dem Gröbsten heraus zu sein schien, fiel im Schlussquartal ein Verlust von 177 Millionen Dollar (136 Mio Euro) an. Grund für den Rückschlag waren vor allem Abschreibungen von 209 Millionen Dollar auf den Anteil an der Produktionsfirma Globalfoundries, zu der die einstiegen AMD-Werke übergegangen sind. Zudem fielen Kosten von 98 Millionen Dollar für den Firmenumbau an, bei dem rund zehn Prozent der zuvor 12 000 Stellen gestrichen werden. Ohne diese Belastungen, rechnete AMD am Dienstag vor, wäre ein Plus herausgekommen. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Gewinn von 375 Millionen Dollar gegeben.

Roche will Milliardenübernahme - Novartis mit Gewinnrückgang =

Basel (dpa) - Preiskämpfe auf den Weltmärkten und der starke Franken halten die Schweizer Pharma- und Biochemiebranche in Atem. Novartis - der weltweit zweitgrößte Pharmakonzern nach Pfizer (USA) - verbuchte nach eigenen Angaben vom Mittwoch hohe Abschreibungen und für 2011 einen Gewinnrückgang um 7 Prozent auf 9,25 Milliarden Dollar. Roche - siebter unter den Top Ten der Pharmawelt - kündigte eine feindliche Übernahme des US-Genetikspezialisten Illumina für 5,7 Milliarden Dollar an. Und Lonza, der mit Abstand kleinste der drei Basler Konzerne, wechselte nach einem herben Gewinneinbruch den Chef. Roche bekam unmittelbar nach Bekanntgabe des Angebots, Illumina für umgerechnet 4,37 Milliarden Euro zu schlucken, Gegenwind aus Amerika. Es ist bereits der dritte Versuch einer feindlichen Übernahme von Illumina durch die Schweizer seit 2007.

Nach Katastrophenjahr: Japans erstes Handelsdefizit seit 31 Jahren =

Tokio (dpa) - Angesichts der wirtschaftlichen Folgen des verheerenden Erdbebens und Tsunamis vom März 2011 hat Japan erstmals seit 31 Jahren ein Handelsdefizit ausgewiesen. Wie die Regierung am Mittwoch in Tokio mitteilte, beläuft sich das Defizit der drittgrößte Volkswirtschaft der Welt für 2011 auf 2,49 Billionen Yen (rund 25 Milliarden Euro). Verantwortlich für die negative Bilanz seien auch der starke Yen und hohe Energiekosten. Während die Exporte um 2,7 Prozent sanken, stiegen die Einfuhren um 12 Prozent auf 68 Billionen Yen. Grund hierfür sei vor allem die starke Nachfrage nach Treibstoff für Wärmekraftwerke - nachdem die Atomreaktoren im Land infolge des Unglücks vom 11 März abgestellt wurden. Auch die Einfuhren von Öl und Flüssiggas habe zugenommen, teilte das Finanzministerium mit.

Bosch feiert Rekorde für 2011 - Dämpfer in Zukunftsfeldern =

Stuttgart (dpa) - Der Technologiekonzern Bosch hat pünktlich zu seinem 125. Jubiläum einen neuen Umsatzrekord eingefahren und beschäftigt so viele Mitarbeiter wie nie zuvor. Auf dem noch jungen Geschäftsfeld der alternativen Energien musste das in aller Welt für Zündkerzen, Bohrmaschinen und Haushaltsgeräte bekannte Unternehmen jedoch empfindliche Dämpfer einstecken. Schuld daran sind kostspielige Anschubinvestitionen. Daher stehe der Allzeit-Bestmarke von 51,4 Milliarden Euro Umsatz für die Bosch-Gruppe aus dem Jahr 2011 ein merklich geschmälerter Vorsteuergewinn gegenüber, sagte Unternehmenschef Franz Fehrenbach in Stuttgart. «Die Sonderbelastungen resultieren aus den hohen Vorleistungen für Zukunftsfelder wie die Elektromobilität oder erneuerbare Energien, die sich erst langfristig auszahlen werden», berichtete der Manager.

Apple durchbricht alle Rekorde: 37 Millionen iPhones verkauft =

Cupertino (dpa) - Apple ist so erfolgreich unterwegs wie noch nie: Eine gigantische Nachfrage nach dem neuen iPhone-Modell und den iPad-Tabletcomputern hat den Gewinn im Weihnachtsquartal auf 13,1 Milliarden Dollar hochgetrieben. Das sind umgerechnet 10,1 Milliarden Euro und mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Nicht einmal zu den besten Zeiten unter Steve Jobs hatte Apple so viel verdient. Zum Vergleich: Der über Jahre bestverdienende aller Technologiekonzerne - Microsoft - schaffte im gleichen Zeitraum die Hälfte. Google kam nicht mal auf ein Viertel. «Das ist einfach der Wahnsinn», lauteten die ersten Kommentare von Börsianern zu den Apple-Zahlen, die am späten Dienstag herauskamen. Apple hat alleine von seinem iPhone 37 Millionen Stück losgeschlagen, der bisherige Rekord von 20,3 Millionen wurde locker überboten. Damit ist Apple der größte Smartphone-Hersteller der Welt vor Samsung.

Dax sackt ab wegen Gewinnmitnahmen vor Griechenland-Entscheid=

Frankfurt/Main (dpa) - Gewinnmitnahmen haben den Deutschen Aktienindex Dax am Mittwoch ins Minus gedrückt. Der Leitindex sackte bis zum frühen Nachmittag um 0,43 Prozent ab auf 6379 Punkte. In den vergangenen anderthalb Wochen hatte das wichtigste deutsche Börsenbarmometer in der Spitze aber bereits mehr als fünf Prozent zugelegt und bei 6467 Punkten ein neues Hoch seit August markiert. Der MDax mittelgroßer Werte verharrte mit plus 0,01 Prozent bei 9766 Punkten, der TecDax rückte um 0,43 Prozent vor auf 739 Punkte. Der Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2942 (Dienstag: 1,3003) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7727 (0,7691) Euro.

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