Orban dringt auf möglichst schnelle Einigung mit IWF und EU

Budapest (dpa) - Angesichts der drohenden Staatspleite dringt der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban auf eine möglichst schnelle Einigung mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF). «Die ungarische Regierung hat alles getan, damit die IWF-EU-Verhandlungen so bald wie möglich begonnen und abgeschlossen werden können», erklärte Orban am Freitag in Budapest. Wegen der aggressiven Wirtschaftspolitik Orbans - zuletzt sicherte sich der Rechtsnationalist den Zugriff auf die Notenbank - wollen IWF und Europäische Union derzeit noch keine offiziellen Verhandlungen mit Budapest über die Gewährung eines bitter benötigten Kredits aufnehmen.

Athen hofft auf Schuldenschnitt-Einigung noch im Januar

Athen/Washington (dpa) - Griechenland hofft auf eine Einigung mit den Banken und Versicherern über einen freiwilligen Schuldenschnitt für das pleitebedrohte Euro-Land noch im Januar. Für die Monatsmitte werde ein Abschluss der Verhandlungen erwartet, sagten Quellen aus dem Finanzministerium in Athen der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Die Verhandlungen liefen gut, hieß es. Anschließend solle eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) zwischen Athen und den privaten Gläubigern unterzeichnet werden. Danach solle das Abkommen von den Gremien der EU genehmigt und auch in den meisten Fällen von den Parlamenten der Mitgliederstaaten des Eurolandes gebilligt werden.

Für Kodak wird die Luft dünn: Neue Spekulationen um Pleite

Rochester (dpa) - Um den angeschlagenen Fotopionier Kodak wird es düster. Nachdem das Management bereits gewarnt hatte, dass das Geld ausgehen könnte, sind nun erneut Insolvenzgerüchte aufgeflammt. Demnach bleiben Kodak nur noch wenige Wochen, um das Steuer herumzureißen. Die Aktie ist im freien Fall. Das Traditionsunternehmen bereite einen Antrag auf Gläubigerschutz vor, berichtete zunächst das «Wall Street Journal» am Mittwoch. Am Donnerstag kam die «Financial Times» mit einer gleichlautenden Schlagzeile heraus. Beide Blätter beriefen sich dabei auf informierte Personen.

Lage am Anleihenmarkt spitzt sich wieder zu

Frankfurt/Main (dpa) - Zum Jahresauftakt hat sich die Lage am europäischen Anleihenmarkt wieder zugespitzt. Die Gefahren der Euro-Schuldenkrise seien wieder stärker in das Bewusstsein der Anleger gerückt, hieß es im Handel. Nach einer leichten Entspannung in den vergangenen Wochen setzten vor allem die Zinssätze für italienische Staatsanleihen zu einem neuen Höhenflug an. Bei den richtungsweisenden Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg die Rendite am Freitag zeitweise deutlich über die als kritisch geltende Marke von 7,0 Prozent. Italien müsste also noch tiefer in die Tasche greifen, um frisches Geld einzusammeln.

Bankeinlagen bei EZB auf höchstem Wert seit Euro-Einführung

Frankfurt/Main (dpa) - Die «Vorsichtskasse» der Banken bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist am Freitag auf den höchsten Stand seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 gestiegen. Die Einlagen über Nacht lagen bei 455,3 Milliarden Euro, wie die EZB in Frankfurt mitteilte. Am Vortag hatten sich bei 443,7 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt erreichten die Einlagen einen Rekord am Mittwoch bei 453,2 Milliarden Euro. Die eintägigen Ausleihungen der Banken bei der EZB gingen hingegen erneut merklich zurück. Sie fielen von 4,8 Milliarden Euro auf 1,9 Milliarden Euro. Am vergangenen Freitag hatte der Wert bei 17,3 Milliarden Euro den höchsten Wert seit zwei Jahren erreicht.

Samsung rechnet mit Rekordgewinn

Seoul (dpa) - Der Smartphone-Boom lässt beim südkoreanischen Technologiekonzern Samsung die Kassen klingen. Der Weltmarktführer bei Speicherchips und LCD-Fernsehern erwartet für das Schlussquartal 2011 den höchsten operativen Quartalsgewinn der Firmengeschichte. Wie Samsung am Freitag in seinem Ergebnisausblick für die Monate Oktober bis Dezember mitteilte, erhöhte sich der aus der normalen Geschäftstätigkeit erwirtschaftete Gewinn im Jahresvergleich um 72,8 Prozent auf etwa 5,2 Billionen Won (rund 3,5 Milliarden Euro).

Volkswagen mit neuem Absatzrekord

Wolfsburg (dpa) - Europas größter Autobauer Volkswagen hat im vergangenen Jahr mehr Fahrzeuge verkauft als je zuvor. Der Absatz der Marke VW wuchs um 13,1 Prozent, teilte das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mit. Insgesamt wurden 5,1 Millionen Autos an Kunden in aller Welt ausgeliefert, 2010 waren es 4,5 Millionen gewesen. Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler sagte, der neue Kleinwagen Up und die neuen Modelle von Passat, Jetta und Beetle seien hervorragend gestartet und hätten die Wettbewerbsposition von Volkswagen deutlich gestärkt.

Milder Winter vermiest Textil- und Sporthändlern das Geschäft

Köln/München (dpa) - Milde Temperaturen und wenig Schnee: Der ungewöhnlich warme Winter hat den Bekleidungs- und Sporthändlern das Geschäft vermiest. Für dicke Wintersachen war es den Kunden zu warm, und mit Schlitten, Skiern oder Snowboards konnten sie bislang auch nicht viel anfangen. Stattdessen waren im Dezember Laufschuhe der bestverkaufte Artikel in den Läden des größten deutschen Sporthändlerverbunds Intersport. Allein im Dezember schrumpfte der Umsatz im Vergleich zum - allerdings starken - Vorjahresmonat um mehr als ein Viertel.

Dax dreht nach US-Arbeitsmarktbericht ins Minus

Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht hat der Dax am Freitag seine Kursgewinne abgegeben und ist ins Minus gedreht. Auftrieb für den Leitindex durch eine stärker als erwartet gestiegene Beschäftigtenzahl ging damit schnell die Luft aus. So verlor das Kursbarometer am Nachmittag 0,22 Prozent auf 6083 Punkte. Unmittelbar nach Veröffentlichung der Daten war der Dax noch bis auf 6152 Punkte geklettert. Der MDax lag derweil noch mit 0,39 Prozent im Plus bei 9206 Punkten, während der TecDax um 0,85 Prozent auf 713 Punkte zulegte. Der Eurokurs fiel erneut. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2776 (Donnerstag: 1,2832) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7827 (0,7793) Euro.

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