Ungarn geht auf IWF zu - Abkommen mit Auflagen angestrebt

Budapest (dpa) - In höchsten Finanznöten geht Ungarn auf den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu. Budapest bemühe sich nun bei der Finanzinstitution um einen mit strengeren Auflagen und Kontrollmöglichkeiten verknüpften Kredit, erklärte der ressortfreie Minister Tamas Fellegi am Donnerstag vor der Presse in Budapest. «Die ungarische Regierung will sich klar für das Erzielen einer Vereinbarung einsetzen», sagte der Minister. Die Verhandlungen sollten «ohne Vorbedingungen» beginnen. Ungarn werde dabei «auf alle Bedenken und Einwände des IWF reagieren und diese gegebenenfalls akzeptieren, wenn dies im Einklang mit den Interessen des Landes steht». Ziel sei die Gewährung eines sogenannten vorbeugenden Stand-by-Kredits, bei dem die entsprechenden Summen nicht gleich abgerufen werden, sondern als Sicherung dienen. Bislang hatte Budapest einen IWF-Kreditrahmen ohne wesentliche Auflagen angestrebt.

Daimler macht Rekordjahr perfekt - Autoabsatz 2011 so gut wie nie

Stuttgart (dpa) - Der Autobauer Daimler hat im vergangenen Jahr so viele Wagen abgesetzt wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte. Der Dax-Konzern verkaufte von Januar bis Dezember exakt 1 362 908 Fahrzeuge der Pkw-Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach. Diesen Rekord teilten die Schwaben am Donnerstag in Stuttgart mit. Die neue Bestmarke war bereits nach den Novemberzahlen absehbar. Gegenüber dem Vorjahr 2010 ergibt sich ein Plus von 7,7 Prozent. «2012 werden wir unsere Produktoffensive konsequent fortsetzen und weitere attraktive Fahrzeuge auf den Markt bringen, die uns zusätzlichen Rückenwind geben werden», sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche laut Mitteilung. Er sei «sehr zufrieden» mit den Zahlen.

Einzelhandel feiert größtes Umsatzplus nach Wiedervereinigung

Wiesbaden (dpa) - Der deutsche Einzelhandel hat 2011 nach ersten Schätzungen den größten Umsatzsprung nach der Wiedervereinigung erzielt. Nach den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts setzten die Einzelhändler im vergangenen Jahr nominal etwa 2,8 Prozent mehr um als im Vorjahr. Das war der höchste Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Berechnungen 1994, wie die Statistiker am Donnerstag in Wiesbaden berichteten. Da die Verbraucherpreise gleichzeitig deutlich anzogen, dürfte der Umsatz real aber nur etwa 1,2 Prozent über dem Vorjahreswert liegen.Dieser inflationsbereinigte Wert war zuletzt vor elf Jahrenübertroffen worden: 2004 lag das reale Plus mit 2,0 Prozent noch deutlich höher.

Deutschland braucht Strom-Hilfe aus Österreich

Berlin (dpa) - Die Stabilität des deutschen Stromnetzes kann in diesem Winter zum Teil nur dank Nachbarschaftshilfe aus Österreich aufrechterhalten werden. Der Netzbetreiber Tennet musste erstmals am 8. und am 9. Dezember auf die von der Bundesnetzagentur für Stromengpässe festgelegte Kaltreserve zurückgreifen. Dafür musste unter anderem ein altes Öl-Kraftwerk bei Graz wieder ans Netz gebracht werden. Die Bundesnetzagentur und Tennet bestätigten am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der «Welt».

Papademos warnt vor «unkontrollierbarer Staatspleite» - Mehr sparen

Athen (dpa) - Griechenlands Ministerpräsident Lucas Papademos hat erneut eindringlich vor einer «unkontrollierbaren Staatspleite» gewarnt und die Gewerkschaften zu mehr Sparanstrengungen aufgefordert. Die Arbeitnehmer müssten weitere Lohnkürzungen hinnehmen, um die Sparziele zu erfüllen. Andernfalls «laufen wir Gefahr bald nichts mehr zu haben», sagte Papademos bei einem Treffen mit Vertretern der Gewerkschaften. Die Angst ist in Athen groß, denn Mitte Januar kommen die internationalen Finanzkontrolleure erneut nach Athen, um über die Sparfortschritte zu befinden - als Voraussetzung für weitere Milliarden-Kredithilfen.

Rund 30 000 Anleger von Solar Millennium-Pleite betroffen

Erlangen/Nürnberg (dpa) - Von der Pleite des Erlanger Solarkraftwerk-Entwicklers Solar Millennium sind nach ersten Erkenntnissen rund 30 000 Anleger betroffen. Dabei müssten vor allem die 14 000 Aktionäre des Unternehmens um ihr Geld bangen, deutete der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Böhm am Donnerstag in Nürnberg in einer Mitteilung an. Ihre Ansprüche rangierten hinter denen aller anderen Gläubiger; erst wenn deren Forderungen zu 100 Prozent erfüllt seien, sähen die Aktionäre Geld. Die Gehaltszahlungen der 60 von der Insolvenz betroffenen Mitarbeiter seien dagegen bis Ende Februar gesichert. Darüber hinaus besitzen nach Angaben des Insolvenzverwalter rund 16 000 Anleger sogenannte Inhaber-Teilschuldverschreibungen des Unternehmens über 227 Millionen Euro; mit ihnen habe Solar Millennium seine Kraftwerksprojekte finanziert.

Neue Spekulationen um Kodak-Insolvenz - Aktie kaum noch was wert

Rochester (dpa) - Die Insolvenzgerüchte um den Fotopionier Kodak sind mit neuer Wucht aufgeflammt. Das Traditionsunternehmen bereite einen Antrag auf Gläubigerschutz für die kommenden Wochen vor, berichtete das «Wall Street Journal» am Mittwoch. Die Aktie schmolz danach förmlich dahin. Die Insolvenz könne zwar noch abgewendet werden, wenn es Kodakschließlich gelingen sollte, ein Portfolio aus rund 1100 Patenten zu verkaufen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen. Doch das Management arbeitet schon seit Monaten an dem Deal und konnte immer noch keinen Abschluss vermelden.

Baumarktkette Praktiker erneut mit Umsatzrückgang

Kirkel (dpa) - Der Abwärtstrend bei der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker hält an. Der Umsatz ging im vergangenen Jahr um fast acht Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro zurück, wie die zweitgrößte Baumarktkette in Deutschland am Donnerstag mitteilte. Angaben zum Ergebnis machte das im saarländischen Kirkel ansässige Unternehmen nicht. Das Management kündigte an, neben dem eingeleiteten Sanierungsprogramm für das Inland nun auch verstärkt das Auslandsgeschäft zu straffen. Praktiker hatte zuletzt erklärt, von den rund 10 800 Arbeitsplätzen in Deutschland sollten etwa 1400 abgebaut werden. Stellenstreichungen im Ausland seien nun auch nicht ausgeschlossen, sagte ein Sprecher. Weltweit hat das Unternehmen rund 20 000 Mitarbeiter.

Dax nach positiven US-Daten im Plus

Frankfurt/Main (dpa) - Positive Signale vom US-Arbeitsmarkt haben dem Dax am Donnerstag ins Plus geholfen. Am Nachmittag legte der deutsche Leitindex um 0,12 Prozent zu auf 6119 Punkte, nachdem er zuvor belastet durch schwache Bankentitel bis auf 6040 Punkte abgerutscht war. Der MDax mittelgroßer Werte büßte derweil nur noch 0,05 Prozent ein auf 9185 Punkte, während der TecDax um 0,14 Prozent zulegte auf 708 Punkte. Der Eurokurs fiel weiter. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2832 (Mittwoch: 1,2948) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7793 (0,7723) Euro.

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