Euro-Schuldenkrise flackert wieder auf - Spekulationen um Portugal

Berlin/Brüssel (dpa) - EU-Kommission und Bundesregierung haben erneut dementiert, dass das hochverschuldete Portugal demnächst unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen soll. Doch gleichzeitig schwindet das Vertrauen an den Finanzmärkten: Der Kurs des Euro fiel am Montag auf ein Viermonatstief, auch die europäischen Börsen gaben nach. Mitte der Woche will Portugal frisches Kapital aufnehmen, einen Tag später folgen mit Spanien und Italien zwei weitere Sorgenkinder der Eurozone. Damit dürfte Märkten und Politik eine anstrengende Woche bevorstehen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte: «Wir üben auf niemanden Druck aus, aber wir verteidigen den Euro.» Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hatte berichtet, Deutschland und Frankreich wollten Portugal drängen, möglichst bald unter den Rettungsschirm zu schlüpfen.

Deutsche Autoindustrie peilt Millionenabsatz in USA an

Detroit (dpa) - Die deutschen Autobauer erwarten wieder ein Erfolgsjahr - auch auf dem wachsenden US-Automarkt. «Wir bauen unsere Produktionskapazitäten in den USA aus und haben das Ziel, unseren Marktanteil auch in diesem Jahr zu erhöhen», sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Montag zum Auftakt der Autoshow in Detroit. Insgesamt werde der Markt in den USA wie 2010 um elf Prozent zulegen und 12,8 Millionen Zulassungen erreichen. Die deutschen Hersteller könnten damit die Eine-Million- Marke toppen. 2010 hatten die deutschen Autobauer ihren Marktanteil zum sechsten Mal in Folge auf nun 7,6 Prozent gesteigert.

Leck in Alaska-Pipeline lässt Ölpreise klettern

New York/London (dpa) - Ein Leck in einer wichtigen Öl-Pipeline in Alaska hat die Preise für Rohöl auf den Weltmärkten kräftig klettern lassen. Gleichzeitig fiel am Montag die Aktie des britischen Ölkonzerns BP deutlich um mehr als zwei Prozent. Die Pipeline wird von einer BP-Tochter, der Alyeska Pipeline Service Company, betrieben. Sie musste die Leitung wegen des Lecks schließen. Die Verantwortlichen seien Tag und Nacht damit beschäftigt, das Leck zu reparieren und die Pipeline wieder in Gang zu bringen, teilte das Unternehmen mit. Schäden für Menschen oder die Umwelt habe es nach ersten Erkenntnissen nicht gegeben. Britische Medien werteten die am Wochenende notwendig gewordene Schließung als weiteren Rückschlag für BP auf dem Weg zur wirtschaftlichen Erholung nach der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko.

Affäre Gribkowsky: Rechtshilfeersuchen an Österreich bestätigt

Salzburg/München (dpa) - Neben Deutschland befassen sich nun auch Österreichs Behörden mit den rätselhafen Millionen des ehemaligen BayernLB-Vorstands Gerhard Gribkowsky. Ein Rechtshilfeersuchen der deutschen Justiz sei bereits am 5. Januar bei der Staatsanwaltschaft Salzburg eingetroffen, bestätigte deren Sprecherin Barbara Feichtinger der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Montag. An diesem Tag war der 52 Jahre alte Ex-Manager wegen des Verdachts der Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung in Bayern verhaftet worden. Österreich ist involviert, weil Gribkowsky 50 Millionen Dollar - die er mit seinem Posten bei der BayernLB nie verdient haben kann - in Salzburg anlegte. Es wird vermutet, dass der Manager dieses Geld für sein «Entgegenkommen» beim Verkauf von Anteilen der BayernLB an der Formel 1 erhalten hat.

Krisentreffen zur Zukunft der WestLB

Düsseldorf (dpa) - Das entscheidende Ringen um die Zukunft der krisengeschüttelten WestLB hat begonnen. Vertreter der Bankeigentümer und des Bundes sind am Montag zu einem Krisentreffen zusammengekommen, nachdem Verkaufsbemühungen bislang scheiterten. Der Bank drohen gravierende Einschnitte - am Ende gar die Zerschlagung. Noch ist alles offen. Bis Montag sollten Interessenten unverbindliche Kaufangebote für die WestLB einreichen. Beraten wird über einen tiefgreifenderen Sanierungsplan. Die Wettbewerbshüter in Brüssel verlangen, dass bis zum 15. Februar der Umbauplan für die drittgrößte deutsche Landesbank steht. Möglich seien ein stärkerer Stellenabbau sowie die Abgabe weiterer Aktivitäten beziehungsweise ein nochmaliger Abbau der Bilanzsumme, hieß es schon vor dem Treffen aus Finanzkreisen.

Chinas Außenhandel legt stark zu - weiter «Exportweltmeister»

Peking (dpa) - Wirtschaftskrise adé: Chinas Außenhandel ist im vergangenen Jahr unerwartet stark gestiegen. Die Importe legten 2010 kräftig um 38,7 Prozent auf 1,39 Billionen Dollar zu, auch die Exporte zogen um 31,3 Prozent auf 1,58 Billionen Dollar steil an, wie die Zollverwaltung am Montag in Peking berichtete. Damit werden die Chinesen den Titel des «Exportweltmeisters» sicher verteidigen, den Deutschland im Krisenjahr 2009 verlor. Zum Vergleich: Deutschland exportierte in den ersten elf Monaten Waren im Wert von rund 878 Milliarden Euro - bei einem zugrunde gelegten durchschnittlichen Euro-Kurs von 1,33 Dollar entspricht dies knapp 1,17 Billionen Dollar. Selbst mit einem starkem Dezember ist das Reich der Mitte damit nicht mehr einzuholen.

Ernährungsindustrie erwartet höhere Lebensmittelpreise

Berlin (dpa) - Die Preise für Lebensmittel in Deutschland könnten nach Branchenschätzungen auch in diesem Jahr weiter steigen. «Insbesondere bei Kaffee und Kakao drohen hohe Preisaufschläge», sagte die Geschäftsführerin des Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie, Sabine Eichner, der «Berliner Zeitung» (Montag). Hintergrund seien politische Unruhen in Erzeugerländern wie der Elfenbeinküste, aber auch der Einfluss von Spekulanten. Bei Grundnahrungsmitteln wie Kartoffeln und Gemüsedrohen drohen wegen schlechter Ernteerträge höhere Preise. Wichtige Agrarrohstoffe seien schon wieder auf zwei Drittel ihres Rekordpreises von 2008, sagte Eichner. Allerdings würden die steigenden Beschaffungspreise wohl nicht eins zu eins an die Verbraucher weitergegeben.

Deutsche Aktien verlieren wegen der Sorgen um Eurozone

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Aktienindizes haben am Montag Verluste verzeichnet. Händlern zufolge fehlten dem Markt positive Impulse, während erneute Sorgen um die Eurozone auf die Stimmung drückten. Der Dax stand am Nachmittag mit 0,98 Prozent im Minus bei 6879,92 Punkten. In der ersten Woche des Jahres hatte der deutsche Leitindex ein halbes Prozent zugelegt. Der MDax mittelgroßer Werte sackte um 1,51 Prozent auf 9922,78 Punkte ab, für den TecDax ging es um 1,12 Prozent auf 859,50 Punkte runter. Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,53 (Freitag: 2,56) Prozent. Der Referenzkurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2903 (1,2961) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7750 (0,7716) Euro.

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